Getestet

Polaroid Go

Hand aufs Herz: Wer hat noch analog fotografiert? Das Gefühl, den Film einzulegen, das Motiv mit Bedacht zu wählen. Nach jedem Schuss vorzuspulen und die Patrone am Schluss zu entnehmen – natürlich nicht, ohne zurückzuspulen, sonst wären die Aufnahmen futsch. Die Polaroid Go weckt solche Erinnerungen.

Der Name des ehemaligen US-Unternehmens Polaroid ist untrennbar mit der Analogfoto­grafie verbunden, besonders mit Sofortbild­kameras. Polaroid-Gründer Edwin Herbert Land entwickelte das System, mit dem Bilder nur ­Minuten nach der Aufnahme auf ihrem Träger entwickelt wurden – ohne Labor. Die Finanzkrise indes überstand das Unternehmen nicht. Die Rechte an der Marke Polaroid hat eine ­polnische Investorengruppe gekauft.
So hat die Polaroid Go mit ihren analogen Sofortbildkamera-Vorgängern nur noch den Namen und das Design gemein. Mit ihrer Grösse von 10,5 Zentimetern Länge, 8,4 in der Breite und 6,2 in der Höhe darf die Go den Titel der kleinsten Sofortbildkamera für sich beanspruchen. Mit ihrem Format passt sie wirklich in jede Tasche. Auf der Vorderseite findet sich neben der Linse – leider komplett ohne Schutz – ein Blitz und ein Selfie-Spiegel. Zudem kommen nach dem Fotografieren die Bilder aus einem kleinen Schlitz vorne gefahren. Ungewohnt: Nach jeder Auslösung muss eine Plastiklasche vom Bild entfernt werden, die sich ­anschliessend zurück in die Kamera zieht.

Sofortbild ist bei der Go relativ: Bis zu eine ­Viertelstunde muss das Foto abgedunkelt liegen, bis das Motiv erkennbar ist. Die Fotos sind recht dunkel, kontrastarm und mit 4,6 mal 4,6 Zentimetern ganz schön klein. Positiv ausgedrückt: Sie haben den Charme eines Sofortbilds – und den Preis. Mehr als 2 Fr. kostet ein einzelnes Bild aus einem 16er-Pack. Dazu kommen rund 110 Fr. für die Polaroid Go selbst. Zugegeben, das Knipsen wie anno dazumal ist ein Spass. Aber ein ganz schön teurer.

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