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Polyphor treibt Medikamenten-Entwicklung voran

Das Baselbieter Pharmaunternehmen fokussiert wie schon 2018 auf die Produktpipeline und setzt Kapital für die Forschung ein.

(AWP) Das Baselbieter Pharmaunternehmen Polyphor (POLN 10.3 -4.63%) hat im vergangenen Jahr die auf Antibiotika ausgerichtete Produktpipeline weiterentwickelt und dafür weiteres Kapital eingesetzt. Insgesamt seien Mittel in Höhe von 44,8 Mio. Fr. in die Forschung geflossen, teilte die seit Mitte Mai an der Schweizer Börse kotierte Firma am Freitag mit. Das entspricht gegenüber dem Vorjahr einem Anstieg von 37%.

Dennoch verfüge man über einen soliden Cashbestand, hiess es. Ende Jahr lagen die Barmittel bei 133,8 Mio. Fr. Beim Börsengang Mitte Mai hatte Polyphor brutto 155 Mio. Fr. eingesammelt. Hinzu kam eine erste Tranche aus dem Novo REPAIR Impact Fund in Höhe von 6,8 Mio. Fr. Am Fonds hat sich die dänische Novo Holdings beteiligt.

Erste Studien laufen

Mit dem Geld will die Firma die Leitwirkstoffe Murepavadin und Balixafortide sowie das OMPTA-Programm für neue Antibiotika weiterentwickeln. Das Hauptprodukt Murepavadin ist ein erregerspezifisches Antibiotikum, das zur Behandlung einer bestimmten Art von Lungenentzündung eingesetzt werden soll. Seit einem Jahr wird Murepavadin in einer ersten Zulassung Phase-III-Studie getestet.

Der Kandidat Balixafortide wird bei Patienten mit einer bestimmten Form von Brustkrebs getestet, die zuvor bereits mindestens zwei Chemotherapien verabreicht bekommen haben. Für Balixafortide hat die US-Gesundheitsbehörde FDA Anfang 2018 Fast Track-Status verliehen, der ein beschleunigtes Zulassungsverfahren ermöglicht.

Kaum aussagekräftig sind die Zahlen aus der Erfolgsrechnung, da die Gruppe mitten in der Entwicklungsphase steckt und kaum Umsatz erzielt. Mit 6,5 Mio. Fr. ist der Umsatz entsprechend klein. Er setzt sich in erster Linie aus Leistungen aus dem Lizenzvertrag mit Santhera (SANN 14.16 -1.39%) zusammen. Unter dem Strich erhöhte sich der Verlust auf 50,9 Mio. Fr. nach einem Minus von zuvor 39,1 Mio. Fr.

Forschungsausgaben dürften steigen

Polyphor werde sich im laufenden Jahr auf die Weiterentwicklung der Pipeline konzentrieren und dabei insbesondere für klinische Studien mehr Geld aufwenden. Im Fokus stünden die Phase-III-Studien mit Murepavadin und Balixafortide. Es sei das Ziel, die Patientenrekrutierung für die im vergangenen Jahr begonnene Murepavadin-PRISM-MDR-Studie voranzutreiben und die Dosierung des ersten Patienten in der PRISM-UDR-Studie im ersten Halbjahr 2019 zu beginnen.

Bei Balixafortide werde man Mitte Jahr mit der Dosierung des ersten Patienten starten, so die Mitteilung. Für den Kandidaten sucht Polyphor nach möglichen Partnern. Darüber hinaus steckt Polyphor auch Mittel in präklinische Programme, wie beispielsweise den neuen OMPTA-Wirkstoff POL7306 gegen multiresistente Gram-negative Krankheitserreger und die inhalative Formulierung von Murepavadin.

Die komplette Historie zu Polyphor finden Sie hier.»

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