Unternehmen / Gesundheit

Polyphor will im Frühling an Schweizer Börse

Laut Insidern bereitet das Pharmaunternehmen Polyphor für das zweite Quartal den Börsengang vor.

(Reuters) An der Schweizer SIX nimmt das Börsenkarussell weiter Fahrt auf. Die Pharmafirma Polyphor bereitet für das zweite Quartal 2018 einen Börsengang vor, wie zwei mit der Situation vertraute Personen erklärten. Das Unternehmen wolle dabei Mittel im tieferen dreistelligen Millionen-Franken-Bereich aufnehmen, um die Medikamentenentwicklung voranzutreiben. Nach der Transaktion, die von der UBS (UBSG 15.875 2.98%) und der Deutschen Bank organisiert werde, dürfte Polyphor auf einen Börsenwert in der Grössenordnung von 500 Mio. Fr. kommen. Für das laufende Jahr haben bereits fünf Schweizer Firmen den Sprung aufs Börsenparkett in Zürich angekündigt.

Ein Firmensprecher erklärte, Polyphor prüfe regelmässig die verfügbaren Finanzierungsalternativen, um die Entwicklung der Produkte-Pipeline zu beschleunigen. «Dazu gehören der Zugang zum Kapitalmarkt, verschiedene Formen von Allianzen mit potenziellen Partnern oder weitere private Finanzierungsrunden.» Eine Entscheidung sei bisher aber noch nicht gefallen.

Polyphor hatte letztmals 2017 in einer privaten Finanzierungsrunde 40 Mio. Fr. aufgenommen. Das Hauptprodukt, das Antibiotikum Murepavadin gegen resistente Bakterien, befindet sich in der Phase III der klinischen Entwicklung. Am vergangenen Freitag gab die Firma zudem bekannt, dass die US-Gesundheitsbehörde FDA positiv auf die Resultate der Phase I–Studie zum Immun-Onkologie-Wirkstoff Balixafortide reagiert habe. Läuft alles rund, könnte die Arznei zur Behandlung von Brustkrebs in den USA bereits Ende 2020 zugelassen werden.Polyphor (POLN 32 1.91%), die gut 70 Personen beschäftigt, habe zudem mehrere weitere Antibiotika in der vorklinischen Entwicklungsphase.

Die 1996 gegründete Gesellschaft steht derzeit in Besitz von über 480 Aktionären. Zu den grösseren Eignern zählen der langjährige Chef des Schweizer Peptidherstellers Bachem (BANB 127 -0.16%), Peter Grogg, und der Investor Rudolf Maag, der unter anderem einen bedeutenden Anteil an dem inzwischen von Johnson&Johnson übernommenen Biotechnologiekonzern Actelion hielt.

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