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Ein Porsche ohne alles? Und was soll daran begehrenswert sein? So einiges, das zeigt der Blick auf die rohen Daten.

Porsche baut den vollkommenen Elfer. Mal wieder. Diesmal aber doch: anders. Keine Limitierung. Kein exorbitanter Preis. Keine Rekorde. Keine Leistungseskalation. Kein Doppelkupplungsgetriebe. Stattdessen: Touring.

So richtig stimmt das natürlich nicht mit der Historie. Porsche bezieht sich, natürlich, auf den Carrera RS, Modell 2.7, aus den Jahren 1972 und 1973. Eben den mit dem Spoiler. Nun aber macht diesen Touring ja gerade der Entfall eben dieser Aero-Hilfe aus.

Was wenige wissen: Man konnte den RS damals auch ohne Bürzel bestellen. Ganz nackt, nur mit den breiten Backen für die 7-Zoll-Fuchs-Felgen an der Hinterachse. Von den wohl 1580 Exemplaren wurden genau 37 mit dem Bestellcode «Heckspoiler entfällt» geordert.

Und da sind wir dann wieder im Jetzt. Nur dass die Felgen nun eben 12 Zoll breit sind und die Karosserie gegenüber den Carreras um 44 Millimeter verbreitert ist. Richtig zeichnet sich der neue Porsche 911 GT3 Touring durch sein geradezu zartes Heck aus. Kein Spoiler, keine Ram-Air-Einlässe für den Motor, stattdessen: 911 pur.

Vorne bleibt alles altbekannt. Die neuen Leichtbaustossfänger, die Kühlerentlüftung auf der Haube. Dazwischen der GT3-Schmiederadsatz mit Zentralverschluss und hinten, zumindest untenrum, bleibt auch alles wie gehabt: Unter dem Endschalldämpfer kauert der vernietete Blechdiffusor.

Das alles kommt Ihnen irgendwie bekannt vor? Zumal mit 4.0 Litern Hubraum und 500PS? Kann es auch. Ein ganz ähnliches Rezept verfolgte man in Zuffenhausen mit dem 911R.

Dieser durfte freilich mit Kohlefaserkotflügeln, Magnesiumdach und einem Innenraum aus Naturleder und Pepita noch ein paar Details sein Eigen nennen, allerdings führte seine Limitierung auf 991 Stück auch in Spitzenzeiten zu Preisen um 750 000 €.

Den GT3-Touring wird es ab 152 416 €, also 186 600 Fr., geben – als kostenneutrale Option gegenüber dem Serien-GT3. In Summe ist er dem R sogar voraus: Der neue Motor mit dem starren Ventiltrieb, das nochmals verbesserte Fahrwerk, ja sogar die Aerodynamik mit dem kleinen Gurney Flap auf dem Klappspoiler sollten ein paar Prozent mehr Wahnsinn generieren können.

Das Beste aber: Chromschachtleisten. Es ist sicher der grösste Diskussionspunkt am Fahrzeug – und Porsche hat entsprechend vorgesorgt, denn die Option «Touring Paket Exterieur in Schwarz» färbt nicht nur die Scheinwerfer, sondern auch die Fensterrahmen, die Endrohre und die Schriftzüge schwarz ein.

Doch seien wir einmal ehrlich: Ein F-Modell von 1972/73 ist auch nur wegen seines Chroms so richtig schön, oder?