Der da auf den Douro blickt, in Porto, ist Mitglied der Confraria do Vinho, die sich der Förderung des Portweins widmet. Im edlen Club-Habit süffelt sich der Süsswein noch mit zusätzlichem Behagen (wie auch Weinschwestern wissen). Ruby, Tawny, Vintage heissen wichtige Portwein-Typen – very British. London und Lissabon schlossen 1703 den Methuen-Vertrag, benannt nach dem britischen Diplomaten, der ihn aushandelte. Portugal hob das zum Schutz seiner Tuchindustrie erlassene Einfuhrverbot auf britisches Tuch auf und gewährte Vorzugszölle (auch in den Kolonien); die Briten senkten die Zölle auf Port und andere Weine ein Drittel unter den Tarif auf französische Tropfen. Der Vertrag – den später grossen Ökonomen wie Adam Smith und David Ricardo besprachen – trug den Portugiesen im Austausch mit den Briten zunächst einen grossen negativen Saldo ein, der mit Gold (Gold 1685.41 2.56%) aus Brasilien finanziert wurde. Seinerzeit stellten viele portugiesische Bauern von Getreide auf Reben um. Die Folgen waren Überproduktion, Qualitätsverfall und Hunger. 1756 regulierte Chefminister Marquês de Pombal die Winzerei. Der Oberlauf des Douro ist seitdem die älteste Weinbauregion der Welt mit geschützter Herkunftsbezeichnung. (Bild: Jose Coelho/EPA/Keystone)