Toronto-Torwart Frederik Andersen hat das Nachsehen, zur Freude der kanadischen Erzrivalen aus Montreal – so geschehen vor rund einem Monat. Die Ahornblätter setzten sich jedoch in der Overtime durch. Gewinnen die Leafs dieses Jahr endlich wieder den Stanley Cup, erstmals nach 1967? Oder die Calgary Flames, oder die Winnipeg Jets? Der bislang letzte kanadische Erfolg geht auf 1993 zurück, als die «Habs» siegten, die Montreal Canadiens. Seither hatten in der National Hockey League stets amerikanische «Franchisen» die Nase vorn bzw. den Stock näher am Puck. Ein Triumph nach 26 (!) Jahren täte dem Land gut. Premierminister Justin Trudeau würde die allfällige Gelegenheit, sich im Abglanz der Hockeyhelden zu sonnen, kaum verpassen. Das wandelnde kontinentale Kontrastprogramm zu Donald Trump – Trudeau ist jung, wirkt smart, gibt sich progressiv – hat plötzlich ein Imageproblem, hat einen Skandal am Hals. Es geht um Korruption, im Kabinett rumort es, die Marke Trudeau steht nicht mehr synonym für Transparenz und Sauberkeit. Spätestens im Oktober wird in Kanada gewählt. Die Liberalen bangen um die Macht. Die konservative Opposition kann nun sozusagen ein Powerplay aufziehen. (Bild: Graham Hughes/The Canadian Press via AP)