Unternehmen / Ausland

Privatbankchef von HSBC Schweiz tritt ab

Die Schweizer Tochter der britischen Grossbank wird in den kommenden Monaten einen neuen CEO ernennen. Zudem kündigt HSBC eine Bündelung ihrer Privatbankaktivitäten an.

(Reuters/VA) Die Schweizer Privatbank-Tochter der britischen Grossbank HSBC bekommt einen neuen Chef: Franco Morra verlasse das Institut per 27. April, teilte die Bank am Montag mit. Er habe sein Mandat erfüllt und die Bank umgebaut. Morra stiess 2010 zu HSBC (HSBA 620.7 0.47%), davor leitete er das Schweizer Vermögensverwaltungsgeschäft bei UBS (UBSG 13.86 -0.75%). In den kommenden Monaten will HSBC einen permanenten Nachfolger ernennen.

Bis dahin werde der für die globalen Privatbankaktivitäten zuständige Finanzchef Christophe Guillemot das Geschäft führen. Die Schweizer Privatbanktochter der HSBC zählt mit einem verwalteten Vermögen von gut 50 Mrd. $ zu den grössten ausländischen Privatbanken in der Schweiz.

Der Abgang Morras kommt im Zuge eines grösseren Umbaus der Auslandaktivitäten von HSBC. Die Grossbank legt ihre Private-Banking-Aktivitäten in Grossbritannien, den Kanalinseln, Frankreich, Deutschland, der Schweiz und Luxemburg zusammen. Das Geschäft wird künftig im Bereich HSBC Global Private Banking, Europe, the Middle East and Africa (EMEA) von Chris Allen geleitet.

HSBC (Suisse) geriet 2009 in die Schlagzeilen als der IT-Angestellt Hervé Falciani Daten von Kunden mit unversteuerten Vermögen verschiedenen Behörden anbot. Die Kunden wurden daraufhin von der Justiz in ihren jeweiligen Heimatländern angegangen. HSBC verlor viele dieser Kunden und deren Vermögen. Mitte November 2017 einigte sich die Schweizer HSBC-Tochter mit den französischen Behörden über die Zahlung einer Busse von 300 Mio. €.

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