Dieses neun Meter lange Alu-Ei ist die Sehenswürdigkeit von Vegreville, Alberta. Das Bauernstädtchen östlich von Edmonton ist eine der vielen Siedlungen in der kanadischen Prärie mit stark ukrainischer Prägung. Davon zeugt eben diese «Pysanka», ein Osterei in kunstvoll-ukrainischem Dekor. Die Diaspora in Kanada zählt schätzungsweise 1,4 Mio. Menschen ukrainischer Abstammung, die meisten sind gebürtige Kanadier: Es gäbe ganze Eishockeyteams auf -chuk, -iuk, -enko. Die grossen Einwanderungswellen setzten ab 1890 ein, als die alte Heimat noch zum Zarenreich bzw. zur Donaumonarchie gehörte. Nur in der Ukraine selbst (41 Mio. – vor dem Krieg) und im unverbesserlich imperialen Russland (ca. zwei bis vier Mio.) leben mehr Ukrainer. Kein Wunder, dass der russische Überfall gerade in Kanada die Gemüter aufwühlt. Die stellvertretende Premierministerin Chrystia Freeland, ­ukrainischer Herkunft und des Russischen mächtig, stellt ­Putin in eine Reihe mit Hitler und Stalin. Kanadische Truppen sind im Rahmen des Nato-Abschreckungsdispositivs in Lettland stationiert, unbefristet. Derweil beten Geistliche für den Frieden – so etwa der griechisch-katholische Bischof von ­Edmonton, David Motiuk. Ein Sohn von Vegreville.