Meinungen

Qualität setzt sich durch

Das eigene Portfolio sollte auch turbulente Zeiten am Aktienmarkt überstehen. Ein Kommentar von FuW-Ressortleiterin Claudia Lanz-Carl.

«Im Umfeld steigender Zinsen kommt der Bilanz eine grössere Bedeutung zu.»

Das Auf und Ab an den Börsen und die gestiegene Unsicherheit bewegen die Investoren weltweit. Alle stehen vor der gleichen Frage: Was bedeutet das für mein Portfolio? Soll ich umschichten? Kaufen oder verkaufen? Deshalb ist jetzt ein guter Zeitpunkt, die eigenen Investments auf den Prüfstand zu stellen. Auf welche Punkte Anleger dabei achten sollten, zeigt «Finanz und Wirtschaft» hier.

Eine wichtige Erkenntnis ist, dass die Aktien im Portfolio zur individuellen Risikotoleranz und Risikofähigkeit – abhängig von der finanziellen Situation und von persönlichen Faktoren – passen müssen. Das bedeutet, dass ein Titel nicht automatisch attraktiv ist, nur weil er in den vergangenen Wochen 10, 20 oder 30% verloren hat. Vielmehr muss das Geschäftsmodell langfristig überzeugend sein und die derzeit günstige Bewertung ein zusätzlicher Grund für ein Engagement.

Im Umfeld steigender Zinsen kommt der Bilanz mehr Bedeutung zu. Wie stark setzt das Unternehmen auf fremdfinanzierte Übernahmen? Wie haben sich die liquiden Mittel entwickelt? Wie sehen die Ziele des Managements bezüglich eines Rückbaus der Verschuldung aus? Ebenso wichtig ist die Marktposition des Unternehmens und seine Preissetzungsmacht gegenüber Kunden. Handelt es sich um einen Marktführer? Ist die Gesellschaft hoch spezialisiert und in einer Nische tätig? Aktuell zudem sehr relevant: Wie stark wirken sich politischen Turbulenzen im Welthandel auf die finanziellen Perspektiven des Unternehmens aus?

Die gute Nachricht ist, dass Investoren, die ihre Anlagen auf dieser Basis überprüfen, langfristig mit Aktienengagements nicht viel falsch machen können. Der Monat Oktober dürfte rückblickend so zumindest ein wenig von seinem Schrecken verlieren.

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