Unternehmen / Finanz

Quintet steigt aus Schweizer Geschäft aus

Die Luxemburger Bank will die Schweiz schon wieder verlassen. Es sind insgesamt 87 Arbeitsplätze davon betroffen.

(AWP) Abgang an der Zürcher Bahnhofstrasse: Die Luxemburger Quintet Private Bank will aus ihrem Schweizer Geschäft aussteigen. Zur Diskussion steht sowohl eine Abwicklung wie auch ein Verkauf, wie die Quintet Private Bank am Dienstag mitteilte. Die Bank hat nun Gespräche über den Abbau der insgesamt 87 Arbeitsplätze bei Quintet Switzerland aufgenommen.

Damit folge die Bank der Schweizer Gesetzgebung, erklärte ein Quintet-Sprecher am Dienstag. Nach Abschluss der Gespräche, die gemäss dem Sprecher mehrere Wochen dauern dürften, sowie vorbehältlich der Genehmigung durch die Aufsichtsbehörde werde die Bank dann weitere Entscheidungen über ihren Ausstieg aus dem Schweizer Markt treffen.

Kauf der Bank am Bellevue (BBN 41.60 +4%)

Die Privatbank mit Hauptsitz in Luxemburg war erst vor rund zwei Jahren in den Schweizer Markt eingestiegen. Mitte 2019 hatte sie – damals noch unter ihrem früheren Namen KBL European Private Bankers – den Kauf der Bank am Bellevue von der Bellevue Group angekündigt, abgeschlossen wurde die Übernahme im Mai 2020.

Für den Entscheid zum Wiederausstieg aus dem noch im Aufbau befindlichen Schweizer Geschäft macht die Quintet Private Bank vor allem die Corona-Pandemie verantwortlich. Diese habe das vorgesehene rasche Wachstum verunmöglicht. «Es würde sehr lange dauern und wir müssten sehr grosse personelle Ressourcen, aber auch Kapital und Energie investieren, bis wir in der Schweiz die Gewinnzone erreichen würden», wird CEO Jakob Stott in der Mitteilung zitiert.

Quintet wolle die Ressourcen nun auf das angestammte Kerngeschäft konzentrieren. In ihrem Schweizer Geschäft kommt die Privatbank derzeit auf verwaltete Kundenvermögen von 1,85 Mrd. €. Insgesamt verwaltet die in acht Ländern tätige Bankengruppe mit 2000 Mitarbeitenden Kundenvermögen von 85 Mrd. €.

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