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Raiffeisen-CEO: Digitalisierung wird Geschäft kannibalisieren

Raiffeisen müsse mutig in die digitale Welt schreiten, sagt Raiffeisen-CEO Patrik Gisel am FuW-Forum. Die Regulierung in der Schweiz müsse dagegen einen Schritt zurück machen.

Raiffeisen arbeite mit Hochdruck an der Digitalisierung. Das beinhalte auch das Risiko, in etwas zu investieren, was sich hinterher als Fehlschlag herausstelle, sagte der CEO der Genossenschaftsbank, Patrik Gisel, an der FuW-Veranstaltung «Vision Bank – Vision Finanzplatz Schweiz» am Mittwoch im Zürcher Kunsthaus.

Zurzeit arbeitet Raiffeisen zusammen mit der Bankensoftwareschmiede Avaloq an einer neuen Banken-IT, um ihren Kunden die Möglichkeiten des digitalen Banking anbieten zu können. «Das wird nicht einfach», sagte Gisel, weil man so viele Jahre mit dem schweizweiten Filialnetz vor allem auf physische Präsenz gesetzt habe. Die Digitalisierung werde das bisherige Geschäft kannibalisieren. Was aber auch sein müsse, so Gisel. «Wir müssen Freude daran bekommen, uns zu kannibalisieren.»

Kritik an der Regulierung

Gisel kritisierte darüber hinaus die Langwierigkeit politischer Entscheidungsprozesse in der Schweiz. «Wir haben immer die gleichen Themen», sagte er. Als Beispiel führte er die Diskussion über das Finanzdienstleistungsgesetz (Fidleg) an. «Das ist ein Vorwurf an unseren politischen Diskussionsprozess.»

Auch die Regulierung gehe in eine falsche Richtung, so Gisel. Früher habe man in der Schweiz immer nur durch Rahmenbedingungen reguliert, keine Details. «Heute verlassen wir diese Stärke», sagte Gisel. Das führe zur Gleichmacherei, Flexibilität in den Geschäftsmodellen gehe verloren. «Wir müssen zurück zur prinzipienbasierten Regulierung», so Gisel. Dann könnten sich Banken auch wieder besser verändern.

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