Unternehmen / Finanz

Raiffeisen-CEO Gisel geht per sofort

Stunden vor Beginn der Delegiertenversammlung geht Patrik Gisel vorzeitig. Der neue Interimschef Michael Auer will die Bank auch bald verlassen.

Als man dachte, die Geschichte sei geschrieben, kommt ein weiteres Kapital hinzu. Raiffeisen teilte am Freitagabend spät mit, dass CEO Patrik Gisel von seiner Funktion per sofort zurücktritt.

Erwähnt werden die Gründe im Communiqué nicht. Aber wohl gab seine in mehreren Medien berichtete Beziehung zu der früheren Verwaltungsrätin Laurence de la Serna den Ausschlag, warum er statt wie vorgesehen Ende Jahr bereits jetzt sein Büro räumt.

Es gehe darum, «die öffentliche Debatte um seine Person abzuschliessen», hiess es in der Mitteilung der Raiffeisen-Gruppe. Die operative Führung der Bank werde von Michael Auer übernommen, dem stellvertretenden Vorsitzenden der Geschäftsleitung.

Auer ist bislang Leiter Privat- und Anlagekunden und will seinen Job abgeben. Sobald ein neuer Chef gefunden ist, wird er die Bank verlassen. In der Mitteilung hält Raiffeisen fest, dass ein Nachfolger für Gisel bis Ende Jahr gefunden sein soll. Es werde seit der Rücktrittsankündigung von Gisel im Juni gesucht.

Der sofortige Rücktritt von Gisel kommt kurze Zeit vor der ausserordentlichen Delegiertenversammlung der Raiffeisen-Banken am Samstag im aargauischen Brugg. Das Ziel der Versammlung ist die Wahl von Guy Lachappelle zum neuen Verwaltungsratspräsidenten. Weitere Themen stehen an, aber die offizielle Traktandenliste ist nicht öffentlich zugänglich, wie Raiffeisen Schweiz auf Nachfrage bestätigt.

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