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Raiffeisen-CEO: «Wir bauen das Anlagegeschäft aus»

Raiffeisen hat die Ambitionen im Hypothekargeschäft gezügelt. Bankchef Heinz Huber will mit dem Anlagegeschäft das geringere Wachstum kompensieren.

Die Neuausrichtung von Raiffeisen unter dem neuen CEO Heinz Huber geht weiter. Bereits zum Halbjahr 2019 machte der Nachfolger von Patrik Gisel und Pierin Vincenz klar, dass die Gruppe bei der Vergabe von Hypotheken zurückhaltender agieren wird. «Die Zeiten sind vorbei, in denen wir über die Bilanz wachsen werden», sagte Huber anlässlich des FuW Forums «Vision Bank – Vision Finanzplatz Schweiz» am Mittwoch. «Entsprechend haben wir unsere Wachstumsambitionen deutlich zurückgenommen.»

Künftiges Wachstum erhofft sich Huber im Anlagegeschäft. «Unsere Bank steht nicht für Wealth Management und Private Banking», so Huber. «Wir sehen Potenzial, das auszubauen.» Der Fokus ist nicht neu. 2012 hatte Raiffeisen Notenstein gekauft, 2015 kam die Privatbank La Roche dazu. Die Übung scheiterte. 2018 verkaufte Raiffeisen Notenstein La Roche an die Zürcher Privatbank Vontobel (VONN 57.4 3.33%).

Unterscheiden dürfte sich Hubers Ansatz in Bezug auf die Zielgruppe. Der Raiffeisen-Chef nannte nicht «Ultra High Net Worth Individuals» als potenzielle Kunden. «Unser typischer Kunde hat eine Hypothek bei Raiffeisen, hat sich über die Jahre aber wieder ein gewisses freies Vermögen aufgebaut», sagt er. «Hier sind wir positioniert, und hier werden wir investieren.»

Dass Raiffeisen im Hypothekarmarkt auf die Bremse tritt, ist nicht ganz freiwillig. Die Zinsen sind tief, der Immobilienmarkt ist gesättigt. Wachstumszahlen wie in der Vergangenheit werden nicht mehr möglich sein. Kompensationsgeschäfte sind gefragt. Zumal starkes Wachstum, wenn, dann meist nur über eine Verschiebung des Risikoprofils möglich ist.