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Es gab einst auch den Wilden Süden: am Kap der Guten Hoffnung, wo Glücksritter rasch Reichtümer anhäuften und sich einen Namen machten. Eine besonders bunte Gestalt war Barney Barnato. 1873, mit gerade 22 Jahren, verliess er – damals noch Barnet Isaacs – den jüdischen Slum im Londoner East End. Er hatte genug davon, sich als Preisboxer und auf Schaubühnen durchzuschlagen und schiffte sich nach Südafrika ein. In Kimberley war das Diamantenfieber ausgebrochen; Barnet tat sich dort mit seinem Bruder Harry zusammen – fortan nannten sie sich Barnato Brothers und handelten (recht gerissen) mit Diamanten.
Doch Barney Barnato strebte nach Höherem: Er wollte die Diamantförderung, ein kapitalintensives Geschäft, konsolidieren. In der Tat sank die Zahl der Minenbetriebe mit der Zeit von 3600 auf etwa 100. Barnatos grosser Gegenspieler war der Magnat und britische Imperialist Cecil John Rhodes mit seiner Gesellschaft De Beers. Rhodes gelang es 1888, Barnatoauszutricksen (wobei die Brüder sehr reich wurden).
Barney Barnato investierte nun sein Kapital in den Goldabbau auf dem Witwatersrand, um Johannesburg. Er zählte, wie Rhodes, zu den etwa dreissig «Randlords», den damaligen Herren des südafrikanischen Diamanten- und Goldgeschäfts: zugriffige Abenteurer aus aller Welt. Ausgiebig geniessen konnte Barnato seinen Wohlstand nicht. 1897 stürzte er, unterwegs nach England, von Bord des Dampfers «Scot». Er soll gemütskrank geworden sein und zu viel gesoffen haben. Ob sich Barney Barnato wirklich das Leben nahm, weiss niemand.

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