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«Statuen, erbaut von der Nacht, ausgekörnt in einen geschlossenen Kreis, sodass niemand sie sehe als das Meer» – so sang Chiles grosser Poet Pablo Neruda von den Moai. Das sind die rätselhaften steinernen Büsten, die zu Hunderten auf Rapa Nui stehen. Der niederländische Seemann Jacob Roggeveen «entdeckte» 1722 an Ostern die Insel im Stillen Ozean und nannte sie «Paasch-Eyland». Chile annektierte sie 1888 als Isla de Pascua. Der erste chilenische Staatschef, der die Osterinsel besuchte, war 1974 der Militär Augusto Pinochet, ein Jahr, nachdem er den Sozialisten Salvador Allende raubeinig aus dem Amt geputscht hatte. Allende hatte 1970 in der Präsidentschaftswahl 36,3% der Stimmen erhalten, damit das relative Mehr, worauf ihn das Parlament ususgemäss zum Präsidenten wählte. Nächstes Wochenende dürfte der konservative Präsidentschaftskandidat Sebastián Piñera rund ein Drittel der Stimmen erhalten, seine zwei schärfsten linken Gegner addieren etwa gleich viel. Es wird spannend in der Stichwahl im Dezember. Doch es wird friedlich zugehen, und alle haben eine Stimme, auch die Osterinsulaner. Neruda – einst ein Mann Allendes – könnte nicht mehr klagen: «Altes Rapa Nui, Heimat ohne Stimme».