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Rasanter Start für Partners Group

Padevit Clifford

Das erste IPO (Initial public offering) des Jahres ist geglückt. Die am Freitag erstmals gehandelten Aktien der Vermögensverwalterin Partners Group eröffneten zum Kurs von 79.95Fr., was einem Aufschlag von 27% zum Emissionspreis (63 Fr.) entsprach. In der Schlussauktion stiegen die Aktien nochmals kräftig und schlossen auf dem Tageshöchst von 84 Fr. Damit weist die Partners Group einen Börsenwert von stolzen 2,2 Mrd. Fr. auf. Das Handelsvolumen belief sich auf nicht ganz der Hälfte der zugeteilten Aktien.
Die Festlegung des Emissionspreises erfolgte etwas unterhalb des oberen Endes der Preisspanne von 56 bis 67Fr., obwohl die Nachfrage nach den angebotenen 8 Mio. Aktien gross war. Das Angebot war elfmal überzeichnet. Ohne die bevorzugte Zuteilung an Kunden und Geschäftspartner – diese Gruppen erhielten 40% der Aktien – wäre die Nachfrage gar 17-mal grösser gewesen als das Angebot. Daher ist es wahrscheinlich, dass die Mehrzuteilungs-Option (810000 Aktien) eingelöst wird. Der Streubesitz würde damit von 30 auf 33% steigen.
Laut Alfred Gantner, Mitbegründer und Executive Chairman von Partners Group, sind die Aktien breit gestreut worden, die zugeteilten Pakete entsprechend klein. Besonders erfreut zeigte sich Gantner über die grosse Nachfrage aus der Schweiz. Auf reges Interesse stiessen die Aktien auch in Deutschland und Grossbritannien. Die Kursentwicklung zu Beginn des Handelstags sei für ihn Beweis, dass die Kunden und der Markt die Gründe für das IPO (Aktienbewertung, Beteiligung von Geschäftspartnern und Risikodiversifikation der Partner) anerkannt hätten, sagte Gantner (vgl. FuW Nr.20 vom 15.März sowie Nr.14 vom 22.Februar). Deshalb hätten die Aktionäre auch nicht sofort verkauft, trotz des lockenden schnellen Emissionsgewinns.
Der hohe Kurs spiegelt die Erwartungen der Anleger, dessen ist sich Gantner bewusst. Das geschätzte Kurs-Gewinn-Verhältnis für das laufende Jahr beträgt zum Schlusskurs luftige 20.
Die drei Gründungspartner bleiben nach dem Verkauf eines Teils ihrer Titel die grössten Aktionäre. Sie halten nach Ausübung der Mehrzuteilungsoption je 14,1%. Das Geld des IPO fliesst den verkaufenden Aktionären zu, die anteilsmässig für die Emissionskosten Kosten von rund 18 Mio. Fr. aufkommen. Das vor zehn Jahren gegründete Unternehmen ist schuldenfrei und finanziert das Wachstum aus dem Cash-flow.CP

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