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Rassig runter

Die jüngsten Kurskorrekturen verdeutlichen: Ein Portfolio benötigt einen ausgewogenen Mix. Ein Kommentar von Ressortleiter Jeffrey Hochegger.

«Alternativlosigkeit allein ist kein Kaufargument.»

Kurskorrekturen an der Börse sind kurz und heftig. Das verdeutlichte die vergangene Woche. Eine Enttäuschung beim Marktdienstleister DKSH (DKSH 49.7 0.69%) oder eine Gewinnwarnung des Maschinenherstellers  Bobst (BOBNN 54.65 2.63%) reichen, und die Titel verbuchen einen zweistelligen Kursverlust. Das, obwohl die Valoren dem breiten Markt schon davor deutlich hinterherhinkten. Mit dieser Entwicklung hat die Börse ein Zeichen des Misstrauens gesetzt. Davon profitierten Werte wie Nestlé (NESN 106.26 -3.38%), die ein Allzeithoch erreichten und voll in der Gunst der Anleger stehen. Doch das ist kein Garant für weitere Kursgewinne, viel ist in den Kursen bereits enthalten. Tatsache ist auch: Eine wirtschaftliche Abschwächung zeichnet sich seit Längerem ab. Im Handelsstreit China-USA ist kein Ende in Sicht.

Hopp oder Flopp ist das Motto bei Biotechunternehmen. Auch hier boten die vergangenen Tage Anschauungsunterricht. Polyphor (POLN 7.03 -1.68%) etwa bricht zwei Forschungsstudien ab. Die Aktien kollabieren förmlich. Die Bewegung zeigt den digitalen Charakter im Biotechsektor: Ist eine Studie erfolgreich, winken überproportionale Gewinne, andernfalls droht das Aus, fast wie im Casino, das müssen Anleger wissen.

Hauptargument für Aktien bleibt die fehlende Anlagealternative aufgrund der niedrigen oder negativen Zinsen. Nur: Alternativlosigkeit allein ist kein Kaufargument.

Wichtiger ist, dass Anleger auf einen ausgewogenen Mix im Portfolio achten, dann belasten auch einzelne Ausreisser nicht zu stark. Zudem gilt: Wenn das Geschäftsmodell stimmt, winken gerade bei gefallenen Aktien längerfristige Chancen.

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