Dossier-Bild Ein Artikel aus dem Dossier Index-Fokus
Märkte / Aktien

Rechtsrutsch lastet auf Polens Aktienmarkt

Wig20: Seit die konservative Populistenpartei Prawo i Sprawiedliwosc am Ruder ist, hat der polnische Leitindex deutlich an Terrain eingebüsst.

Polen galt unter den Volkswirtschaften Osteuropas lange als eigentlicher Star, setzte sich das Land doch selbst während der Finanzkrise mit respektablen Wachstumsraten in Szene. Nun aber hat sich die Investorenstimmung – ganz unabhängig von den aktuellen Brexit-Turbulenzen – spürbar eingetrübt. Das Unbehagen der Anleger trägt primär einen Namen: «Recht und Gerechtigkeit». Seit die rechtskonservative Partei Prawo i Sprawiedliwosc (PiS) die nationale Politik dominiert, haben sowohl die Heimwährung Zloty als auch der lokale Aktienmarkt deutlich an Boden verloren.

Zwar wird Polen für 2016 weiterhin ein Wirtschaftswachstum von 3,7% zugetraut. Die Umsetzung aller populistischen PiS-Wahlversprechen – mehr Kindergeld, tieferes Rentenalter, Steuererleichterungen – ist jedoch kaum ohne negative finanzielle Folgen zu bewerkstelligen. Laut OECD könnte 2017 das EU-Kriterium gebrochen werden, wonach das Budgetdefizit höchstens 3% betragen darf. Parallel dazu haben staatsrechtliche und wirtschaftsfeindliche Eingriffe bereits dazu geführt, dass Standard & Poor’s die Kreditwürdigkeit Polens von A– auf BBB+ herabgestuft hat. Dieser Artikel ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital-Abonnements ab 28 Fr. / Monat Zu den Abonnements Bereits abonniert?