Märkte / Makro

Den Kapitalmarkt Schweiz stärken

Analyse | Der Bundesrat will die Verrechnungssteuer teilweise in eine Zahlstellensteuer umbauen.

Der fundamentale Wandel auf den internationalen Finanzmärkten sowie der Trend hin zum automatischen Informationsaustausch in Steuersachen (AIA) wirkt sich auch auf die bisherige Ausgestaltung der Verrechnungssteuer aus. Sie soll die Besteuerung inländischer Kapitalerträge von Personen mit Wohnsitz in der Schweiz sichern. Die Verrechnungssteuer wird zurückerstattet, wenn die entsprechenden Erträge sauber deklariert worden sind. Sie ist für den Bund die viertwichtigste Einnahmenquelle. Gemäss Budget soll sie der Bundeskasse 2015 rund 5,3 Mrd. Fr. bringen, entsprechend knapp 8% der Einnahmen.

Ausweichen ins Ausland

Die Verrechnungssteuer funktioniert heute nach dem Schuldnerprinzip. Das heisst, der Schuldner der Leistung, also ein Unternehmen, das eine Anleihe begeben hat, überweist die Verrechnungssteuer direkt an die Steuerverwaltung und den Nettoertrag an den Investor. Das hat dazu geführt, dass viele Schuldner ihre Anleihen über eine Tochter im Ausland abwickeln, womit sie nicht der Verrechnungssteuer unterliegen. Entsprechend schwach entwickelt ist der schweizerische Kapitalmarkt. Zudem entfaltet die Steuer so nur eine unzureichende Sicherungsfunktion.

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