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Rege EmissionstätigkeitWandelanleihen Das Karussell beginnt sich zu drehen

Carsten Kröger

Der Februar war ein spannender Monat mit positiver absoluter Performance für globale Wandelanleihen. Getragen unter anderem vom zweiten Hilfspaket für Griechenland sowie dem zusätzlichen Tender der Europäischen Zentralbank über 530 Mrd. € konnten die Wandler in Dollar gerechnet weitere 2,6% zulegen (UBS Convertible Global Index). Neben anhaltend abnehmenden Kreditrisikoprämien (Credit Spreads), besonders im hochverzinslichen Segment (High Yield), konnte auch bei Neuemissionen etwas verdient werden. Zudem hat sich, dank des positiven Marktumfelds, die Emissionstätigkeit belebt.

Insgesamt wurden im Februar neue Wandelanleihen über 5 Mrd. $ begeben. Der Löwenanteil hiervon entfiel auf Europa. So aktivierte Siemens mit einer Optionsanleihe über 3 Mrd. $ ein traditionelles Segment. Die übrigen 2 Mrd. $ steuerten 21 kleinere Wandelanleihen von teils recht interessanten Emittenten verschiedenster Provenienz bei. Der Branchenmix von Fischzucht über Spezialsoftware für Autohändler bis zu einer Flüssiggastankerreederei sowie der Ländermix der Emittenten, u. a. aus den Philippinen, Kanada, China und Korea, zeigen die Vielfalt und Diversität. Eingeweihte Marktteilnehmer wissen, das Wandelanleihen die globalste Anlageklasse sind.Neben namhaften Emittenten mit Bonität der Anlagequalität (Investment Grade Rating) gefallen die Nischenbranchen und die Möglichkeit in die gesamte bekannte Welt zu investieren (Sierra Leone rundet das Bild ab). Pre-IPO-Convertibles erlauben es, in Unternehmen zu investieren, die ihr Aktienlisting noch vor sich haben. Von den Februaremissionen legten einige in den ersten Tagen mehrere Punkte zu und glichen so einen günstigen Platzierungskurs aus. Weniger schön ist der Trend zu immer neuen Prospektbesonderheiten, die sich Investment-banken wohl weniger zum Vorteil des Anleihezeichners ausdenken. Daneben gab es wieder Emissionen, die von vornherein nur einem vorselektierten Kundenkreis, der nicht transparent ist, angeboten wurden. Die Kräfte des Marktes mögen entscheiden, ob solche Praktiken weiter um sich greifen. Sie passen eigentlich nicht in die aktuelle Zeit.

Carsten Kröger, Holinger Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?