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Unternehmen / Finanz

Rekorde für Private Equity

Investoren haben 2017 global mehr als 400 Mrd. $ an Beteiligungsfonds überwiesen, obwohl sie niedrigere Renditen befürchten.
Thomas Hengartner

Für Firmenübernahmen und Gründungen (Buyout und Venture Capital) sind 2017 nach letzter Zählung des Branchendiensts Preqin weltweit 406 Mrd. $ neu zugesichert worden. Die Endsumme für 2017 steht noch aus, aber schon jetzt ist das Neugeldvolumen des Vorjahres von 403 Mrd. $ überrundet.

Die Steigerung kam zustande, obschon viele Anleger in längerfristiger Perspektive einen schwindenden Ertrag befürchten. Eine gedämpfte Erwartung hegen 45% der von Preqin befragten institutionellen Investoren. Ein Viertel der Befragten ist zuversichtlich und erwartet von Private-Equity-Fonds längerfristig höhere Anlageergebnisse.

Befragt wurden institutionelle Anleger wie Versicherungen und Pensionsfonds, die solche Investments am Privatmarkt ergänzend zu kotierten Aktien und Anleihen halten.

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Für Firmenübernahmen und Gründungen (Buyout und Venture Capital) sind 2017 nach letzter Zählung des Branchendiensts Preqin weltweit 406 Mrd. $ neu zugesichert worden. Die Endsumme für 2017 steht noch aus, aber schon jetzt ist das Neugeldvolumen des Vorjahres von 403 Mrd. $ überrundet.

Die Steigerung kam zustande, obschon viele Anleger in längerfristiger Perspektive einen schwindenden Ertrag befürchten. Eine gedämpfte Erwartung hegen 45% der von Preqin befragten institutionellen Investoren. Ein Viertel der Befragten ist zuversichtlich und erwartet von Private-Equity-Fonds längerfristig höhere Anlageergebnisse.

Befragt wurden institutionelle Anleger wie Versicherungen und Pensionsfonds, die solche Investments am Privatmarkt ergänzend zu kotierten Aktien und Anleihen halten.

Rückflüsse werden erneut angelegt

Zur Neugeldsteigerung beigetragen hat die Lancierung mehrerer volumenstarker Fonds. Am umfangreichsten ist mit knapp 100 Mrd. $ der Softbank Vision Fund, hinter dem der gleichnamige japanische Internet- und Kommunikationskonzern, einige Staatsfonds und die Technologieunternehmen Apple und Foxconn stehen. Expansiv ist auch der Softbank-Konzern selbst, der eben erst für 9 Mrd. $ einen Kapitalanteil von 17% am Fahrdienst Uber erworben haben soll.

Die Bereitschaft institutioneller Anleger zu neuen Engagements wird auch dem Umstand zugeschrieben, dass Privatmarktfonds früherer Jahrgänge das gute Börsenumfeld für den Verkauf von Portfolios nutzten und umfangreiche Erlöse an die Investoren auszahlten. Viele Anleger stecken diesen Rückfluss gleich wieder in neue Fondsinvestments.

US-Anleger vorsichtiger

Auf Rekordstand klimmt damit die Summe von Dry Powder. Die für Firmenübernahmen oder Gründungen bereitstehenden Anlegergelder erreichten bereits im September gemäss Preqin 954 Mrd. $, gegenüber 830 Mrd. Ende 2016. Die Summe entspricht etwa dem Doppelten des jährlichen Investitionsvolumens aller Private-Equity-Fonds.

Die Prognosen für das Wachstum der globalen Wirtschaft sind günstig. Deshalb dürften die Fonds die bereitstehenden Gelder rasch investieren. Und so bleibt auch der Investmentappetit gross. Gemäss Angaben des Beraters Coller Capital geben 48% befragter europäischer Anleger an, 2018 mehr Geld in Private Equity zu investieren. Lediglich 2% würden ihr Engagement verringern.

Nordamerikanische Investoren zeigen sich etwas vorsichtiger. 26% wollen ausbauen, 5% werden ihre Position kürzen. Dabei mag mitspielen, dass sich die Anlageklasse in Nordamerika früher durchgesetzt hat als in Europa und dort schon weiter verbreitet ist.

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