Märkte / Rohstoffe

Rekordförderung der USA belastet Ölpreis

Die USA haben im November mit über 10 Mio. Fass am Tag so viel gefördert wie noch nie. Der Ölpreis gibt daraufhin deutlich nach.

(Reuters) Die Ölpreise sind am Donnerstag den dritten Tag in Folge gefallen. Nordseeöl der Sorte Brent (Brent 74.874 -0.51%) und US-Leichtöl WTI (WTI 64.78 -1.77%) verbilligten sich je um gut 1% auf rund 64 beziehungsweise 61 $ je Barrel (159 Liter). Händler in London verwiesen auf die jüngsten Erhebungen des US-Energieministeriums (EIA) zu der steigenden US-Produktion und den Lagerbeständen. «Die Daten zeigen, dass der Trend in den USA wieder nach oben geht», sagte ein Händler.

In der vergangenen Woche waren in den Vereinigten Staaten die Bestände an Rohöl und Benzin überraschend stark gestiegen. Zudem förderten die USA nach revidierten EIA-Daten im November mit 10,057 Mio. Fässern am Tag (bpd) so viel Öl wie noch nie. Bislang lag die Bestmarke mit 10,044 Mio. Barrel im November 1970. Die USA haben inzwischen Saudi-Arabien überholt. Nur Russland fördert noch mehr Öl.

«Wir werden die Marke von elf Millionen Barrel bpd schneller als gedacht hinter uns lassen», sagte Phillip Streible, Marktstratege beim Broker RJO Futures in Chicago. Die US-Regierung rechnet damit, dass die Marke im laufenden Jahr überschritten wird. Im Dezember ging die Produktion aber zunächst leicht nach unten auf 9,949 Mio. Barrel bpd. Insgesamt schaue der Markt derzeit eher auf die US-Förderung als auf die Produktionssenkungen der Opec und von deren Partnern, sagten Analysten.

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