Märkte / Anleihen

Rekordhohe Anleihen-Portefeuilles der Notenbanken

Je nach Land halten die Währungshüter inzwischen jede vierte bis jede zweite ausstehende Staatsanleihe.

Die Zeiten, als die Notenbanken mit dem Leitzins Kredit- und Sparzinsen beeinflussten und damit einen Grossteil des Zinsniveaus im eigenen Währungsraum lenken konnten, sind längst vorüber. Trotzdem wirkten die Währungshüter nie so massiv auf die monetären Verhältnisse ein wie heute. Das Hauptengagement hat sich vom Leitzins auf eine andere Bühne verlagert, die früher für Notenbanken weitgehend tabu war: die mittel- und die langfristigen Zinsen und Renditen am Kapitalmarkt.

Zentralbanken kaufen Anleihen, Kreditverbriefungen und andere Wertschriften systematisch auf. Dank dieser zusätzlich kreierten Nachfrage steigen deren Kurse. Bei Anleihen hat das automatisch zur Folge, dass die Marktverzinsung (Rendite) fällt.

Der Crowding-out-Effekt

Allein die vier grössten Zentralbanken – das US-Fed, die Europäische Zentralbank sowie die Bank von Japan und die Bank von England – haben für diese sogenannte quantitative Lockerung (Quantitative Easing, QE) in den vergangenen sieben Jahren umgerechnet 16 Bio. $ aufgewendet. Das entspricht fast dem Vierfachen des deutschen Bruttoinlandprodukts. Eine ungeheure Summe, die zum Grossteil den Finanzmärkten zunutze kommt. Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?