Unternehmen / Gesundheit

Reliefs Wundermittel entzaubert

Analyse | Das Biotech-Unternehmen und der Partner NeuroRx haben erste Daten aus der Studie zur Behandlung von Coronapatienten veröffentlicht.

Am Dienstagnachmittag wurden erste Ergebnisse aus der Phase-IIb/III-Studie zu RLF-100 publik. Die Aktien von Relief Therapeutics, deren Entzündungshemmer an Coronapatienten getestet wird, die unter Lungenversagen leiden und künstlich beatmet werden müssen, stürzte in wenigen Minuten rund 70% in die Tiefe. Sie erholten sich zwar rasch, beendeten den Tag jedoch mit einem Minus von 40%. Das potenzielle Coronamittel des Unternehmens konnte gemäss ersten Ergebnissen Todesfälle nicht verringern. 

Frühere Beobachtungen aus einem Programm für Schwerstkranke hatten nahegelegt, dass das Mittel die Todesrate stark verringern könnte. Zahlreiche Anleger hatten offenbar gehofft, RLF-100, das nun Zyesami genannt wird, sei eine Art Wundermittel. Sie hatten den Börsenwert des Unternehmens, das noch vor wenigen Monaten nur zwei Festangestellte hatte, auf über 1,5 Mrd. Fr. getrieben. Nun ist Zyesami entzaubert, zumindest ein Stück weit. 

Hoffnungsvolle Aspekte

Denn es gibt durchaus positive und vor allem noch ungeklärte Aspekte. Wohl deshalb ist der Kurs nicht ins Bodenlose gestürzt. So hätten die Patienten, die überlebt haben, das Spital rascher verlassen können als die Patienten, die zusätzlich zur bestmöglichen Standardtherapie statt Zyesami ein Placebo erhalten hatten. Die, die nur Sauerstoff erhielten und (noch) nicht künstlich beatmet werden mussten, blieben im Schnitt dreizehn Tage weniger lang in der Intensivstation.  Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?