Märkte / Makro

Retten uns die denkenden Maschinen?

Die Produktivität in den Industrieländern wächst deutlich langsamer als in der Geschichte. Manche hoffen, künstliche Intelligenz bringe einen neuen Schub.

Alexander Trentin und Mara Bernath

Eine Allzweck-Technologie sei die Künstliche Intelligenz (KI), schreibt der MIT-Ökonom Erik Brynjolfsson in einer Studie. Als «General Purpose Technology» erhöhe sie – vergleichbar mit Elektrizität, Verbrennungsmotoren und Computern – nicht nur unmittelbar durch ihre Anwendungen die Produktivität, sondern heize zusätzlich mit ergänzenden Erfindungen indirekt das Wachstum an.

Produktivität ist ökonomisch definiert als die wirtschaftliche Wertschöpfung im Verhältnis zu den eingesetzten Produktionsfaktoren Arbeit und Kapital. Fortschritte in Technologie, Organisationsmethoden und praktisches Know-how machen die eingesetzten Faktoren effektiver.

Allzweck-Technologien erhöhten über die gesamte Wirtschaft hinweg die Produktivität. Die Dampfmaschine habe erst nur Wasser aus Kohleminen gepumpt, führt Brynjolfsson aus. Später seien auf Basis des Dampfantriebs bessere Fabrikmaschinen und neue Transportmittel wie die Eisenbahn entstanden. Lieferketten hätten sich gebildet, Grosskonzerne seien möglich geworden und mit Fahrplänen wurden Zeitzonen standardisiert.

Bitte loggen Sie sich ein, um diesen Artikel vollständig zu lesen.