Unternehmen / Konsum

Richemont muss Geschäfte in China schliessen

Aufgrund der neuen Corona-Massnahmen muss der Luxusgüterkonzern vorübergehend Boutiquen schliessen.

(AWP/GA) Rund 50 Boutiquen des Luxusgüterkonzerns Richemont (CFR 102.15 +4.28%) sind derzeit in China geschlossen, was 10% der Geschäfte in diesem wichtigen Absatzmarkt entspricht. Grund sind neuerliche Corona-Massnahmen, die vor allem in Schanghai und Shenzhen gelten, wie CEO Jérôme Lambert am Rande der Uhrenmesse Watches and Wonders am Mittwoch sagte.

Die Zahl der geschlossenen Läden schwanke aber stark, betonte CFO Burckhart Grund: «Wir sind von der Situation betroffen, aber die bisherigen Einschränkungen haben uns gezeigt, dass danach mit einem starken Aufschwung zu rechnen ist», so der Finanzchef weiter. «Ausserdem wächst der Online-Verkauf weiter.»

In Bezug auf den Ukraine-Krieg erinnerte Richemont daran, dass die Aktivitäten in und die Exporte nach Russland Anfang März eingestellt wurden. Die Verantwortlichen wollten sich in diesem Zusammenhang aber nicht zu Medienberichten äussern, denen zufolge russische Sicherheitskräfte die Räumlichkeiten des Richemont-Hauptsitzes in Moskau durchsucht hätten. Das Genfer Unternehmen beschäftigt dort 350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Der Konzern gab zudem bekannt, dass er den Import von Diamanten aus Russland gestoppt hat. «Wir suchen nun nach Alternativen», sagte Cyrille Vigneron, Generaldirektor der Richemont-Marke Cartier, an. Diese Diamanten machten einen «bedeutenden» Teil der Gesamtmenge aus, die der Konzern benötige.

Der Chef von Cartier und der CEO erklärten ausserdem, dass sie die Preise für ihre Zeitmesser unter anderem wegen Schwankungen der wichtigsten Währungen und Lieferproblemen erhöhen könnten, wie sie es in der Vergangenheit auch gemacht hätten. Entscheide würden situativ getroffen.