Unternehmen / Industrie

Rieter sind noch nicht ausgereizt

Analyse | Der Spinnmaschinenhersteller erwartet nach dem starken Auftragsschub eine Normalisierung.

Der Aufschwung bei Rieter verläuft steil. Allerdings war zuvor der Absturz auch ausgeprägt. Schon vor der Pandemie verzeichnete der Spinnmaschinenhersteller rückläufige Geschäfte. Ohne einen Sondergewinn aus einem Immobilienverkauf hätte bereits 2019 ein Verlust resultiert. Die Entwicklung Rieters entsprach damit dem Branchentrend. Spinnereien reduzierten ab 2018 ihre Investitionen, durch die Pandemie wurde diese Entwicklung noch verstärkt und verlängert.

Umso eindrücklicher fällt nun die Erholung aus. Rieter-CEO Norbert Klapper erklärte denn auch den Anstieg des Bestellungseingangs um 290% auf 975 Mio. Fr. im ersten Semester zu einem guten Teil als Nachholeffekt. Im Umsatz, der dem Bestellaufkommen naturgemäss hinterherhinkt, kommt der Nachfrageschub erst teilweise zum Ausdruck. Er stieg 58% auf 401 Mio. Fr. Dies reichte aber bereits für einen kleinen Gewinn von gut 5 Mio. Fr. Dazu haben vor allem die Bereiche Components und After Sales beigetragen. Sie erwirtschafteten Betriebsgewinnmargen von 13,4 resp. 9,8%, nachdem in der Vorjahresperiode noch ein Verlust resultierte. Im Bereich Machines & Systems verringerte sich der Verlust markant von 39,9 auf 12,2 Mio. Fr.

Spinnereibranche im Investitionsfieber

Klapper wies zudem darauf hin, dass sich im Markt eine regionale Verschiebung ergeben habe. Die Kunden würden mehr ausserhalb Chinas investieren, und chinesische Spinnereien würden aufgrund steigender Lohnkosten vermehrt technologisch höherstehende Maschinen nachfragen. Diese benötigen wegen der höheren Automatisierung weniger Personal.

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