Unternehmen / Industrie

Rieter gelingt strategisch wichtiger Zukauf

Analyse | Die finanziell angeschlagene Konkurrentin Saurer stösst Unternehmensteile ab. Rieter greift zu.

Der Spinnmaschinenhersteller Rieter kann eine wichtige Lücke in seinem Maschinensortiment schliessen. Er kauft von Konkurrent Saurer die Spulmaschinenherstellung mit der Marke Schlafhorst sowie die zwei kleineren Komponentengeschäfte Accotex und Temco. Vor drei Jahrzehnten hatte Rieter bereits einmal einen Kaufversuch in Sachen Schlafhorst unternommen, war damals aber Saurer unterlegen.

Dass Saurer jetzt verkauft, hat mit ihrer prekären Finanzlage zu tun. Es handelt sich folglich um einen veritablen Notverkauf. Die drei Geschäfte, die jetzt zu Rieter kommen, befinden sich seit Juni in Nachlassstundung, hatten Gläubigerschutz beantragt und wurden teilweise von einem Sachwalter betreut. Mit dem Geldfluss aus dem Verkauf löst sich Saurer per sofort aus der Nachlassstundung und kann wieder selbständig agieren, was ihre Kunden wohl beruhigen wird.

Zu knappe Bilanz rächt sich

Saurer war bis 2013 Teil von OC Oerlikon, wurde dann aber an die chinesische Jinsheng-Gruppe verkauft, die selbst Spinnereien betreibt. Die Bilanzen wurden notorisch knapp gehalten. Das hat sich in der Coronakrise nun gerächt. Saurer geriet in eine Finanzklemme.

Der ganze Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Abonnieren Bereits abonniert?