Unternehmen / Industrie

Rieter wird unterschätzt

Analyse | 2022 wird zum Rekordjahr für den Spinnmaschinenhersteller. Doch auch darüber hinaus sieht es dank strategischer Vorteile gut aus.

Der Spinnmaschinenhersteller Rieter hat eine fulminante Erholung hingelegt. Betrug der Umsatz im Jahr 2020 nur 573 Mio. Fr., waren es im ersten Halbjahr 2021 schon rund 400 Mio. Fr. und in der zweiten Jahreshälfte 570 Mio. Fr. Das Betriebsergebnis war 2020 mit –77 Mio. Fr. noch tiefrot, in der ersten Jahreshälfte 2021 wurden mit 9 Mio. Fr. schwarze Zahlen erreicht, im zweiten Halbjahr resultierte dann ein Betriebsgewinn von 37 Mio. Fr., was einer Marge von 6,5% entspricht.

Noch gewaltiger war der Verlauf des Bestellungseingangs: Nach bloss 640 Mio. Fr. im gesamten Jahr 2020 waren es in der ersten Hälfte 2021 schon 975 Mio. Fr. und in der zweiten gar 1250 Mio. Fr.

Auch 2023 wird noch stark ausfallen

Der hohe Bestellbestand Ende Jahr von 1840 Mio. Fr. verspricht ein sehr gutes 2022: Rieter erwartet einen Umsatz von rekordverdächtigen 1500 Mio. Fr., was einem Plus zum Vorjahr von 55% entspricht. Ein Teil des Zuwachses kommt von den neu erworbenen Geschäften von Konkurrent Saurer, der vergangenen Sommer wegen finanzieller Probleme zu Notverkäufen gezwungen gewesen war. Der Hauptteil davon, die Spulmaschinen der Marke Schlafhorst, werden im Verlauf des ersten Halbjahres in die Rechnung einbezogen. Im Bestellungsbestand sind sie noch nicht enthalten, sie dürften aber wohl etwa 200 Mio. Fr. beitragen.

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