Unternehmen / Industrie

Disput bei Rieter ist entschärft

Analyse | Die zwei umstrittenen belgischen Verwaltungsräte treten zurück. Die Strafanzeigen sind jetzt hinfällig. Luc Tack will zweitgrösster Aktionär bleiben.

Andreas Meier und Gret Heer

Rieter ist ihre beiden Verwaltungsräte Luc Tack und Stefaan Haspeslagh los. Sie sind am Montag mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Im Gegenzug besteht Rieter nicht mehr auf der Fortführung des Strafverfahrens. Weil es sich um ein Offizialdelikt handelt, kann sie die Strafanzeige aber nicht zurückziehen, doch wird die Staatsanwaltschaft – jetzt, da die Klägerin nicht mehr interessiert ist – die Anzeige wohl nicht mehr weiterverfolgen.

Damit ist auch die Einberufung einer a.o. Generalversammlung zur Abwahl der zwei Belgier obsolet. Tack bleibe über sein Unternehmen Picanol aber «der zweitgrösste Aktionär» von Rieter, wie ein Unternehmenssprecher auf Anfrage der FuW erklärt hat. Auf die Nominierung neuer VR werde Picanol jedoch verzichten, sagte er weiter. Ob Rieter die zwei vakanten Sitze besetzt, ist noch nicht entschieden, wie zu erfahren ist.

Hinter dem Rücken

Der Spinnmaschinenhersteller Rieter hatte am 16. August mitgeteilt, Teile des Geschäfts von Konkurrent Saurer zu übernehmen, unter anderem den Spulenhersteller Schlafhorst. Saurer war aus finanziellen Gründen zum Verkauf gezwungen.

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Leser-Kommentare

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Peter W. Ulli 31.08.2021 - 09:34

Luc Tack bleibt zwar weiterhin Aktionär von Rieter, aber es wird nicht gesagt in welchem Ausmass. Diese Aussage verhindert nicht, dass er massiv Aktien verkauft. Auch wenn er nur noch eine einzige Aktie behält, erfüllt er das Versprechen weiterhin Aktionär zu bleiben.