Unternehmen / Industrie

Rieters Auftragswunder geht weiter

Analyse | Auch im vierten Quartal blieb der Auftragseingang sehr hoch, und der Umsatz übertrifft die Erwartungen. Rieter steht vor zwei starken Jahren.

Das Auftragswunder geht weiter! Rieters Bestellungen sprudelten auch im vierten Quartal. Es konnten in diesem Zeitabschnitt für gut 550 Mio. Fr. Aufträge eingeschrieben werden. Im Gesamtjahr sind es 2226 Mio. Fr. Damit bleibt das Wachstumstempo ungemein hoch, wie ein Blick zurück eindrücklich zeigt: In den zehn Jahren von 2011 bis 2020 betrug der durchschnittliche Auftragseingang pro Jahr 940 Mio. Fr. Rieter-CEO Norbert Klapper spricht denn auch von einem «Allzeithoch».

Der mächtige Schub ist nicht nur dem zyklischen Aufschwung der Branche geschuldet, der wegen des Rückstands, den die Pandemie verursacht hat, kräftiger ausfällt. Auch strukturelle Entwicklungen spielen Rieter in die Hand. War China in den vorangegangenen zehn Jahren die wichtigste Abnehmerregion Rieters, steht das Land 2021 nur noch auf Platz vier. Die Kosten für Spinnereien in China sind mittlerweile zu hoch, weshalb viele Spinnereikonzerne Standorte ausserhalb – etwa Lateinamerika, Usbekistan, Pakistan und besonders die Türkei – bevorzugen. Dort ist Rieter besser positioniert als der wichtigste Konkurrent Saurer, der einem chinesischen Konglomerat angehört.

Marktposition verbessert

Alles in allem steht Rieter kerngesund und wohlpositioniert da. Die stetige Weiterentwicklung der Produktpalette und die starke Bilanz haben das ermöglicht. Auch das schwierige Pandemiejahr 2020, als der Auftragseingang bloss gut 600 Mio. Fr. erreichte, konnten die Winterthurer gut bewältigen. Nicht so Konkurrent Saurer. Im Sommer letzten Jahres mussten Teile des Unternehmens Gläubigerschutz beantragen und Unternehmensteile verkaufen. Für Rieter entpuppte sich das als einzigartige Gelegenheit. Mit dem von Saurer erworbenen Spulmaschinengeschäft (Schlafhorst) sowie zwei kleineren Geschäften kann Rieter ihr Angebot ergänzen und zum Komplettanbieter von Spinnereianlagen aufsteigen. Das ist ein entscheidender Vorteil, weil die Maschinen nun alle aus einer Hand kommen und so besser aufeinander abgestimmt werden können.

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