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Die Gefahr einer grösseren Korrektur an den Finanzmärkten ist gestiegen. Ein Kommentar von FuW-Chefredaktor Mark Dittli.

«Die Börsenhausse, abgelesen am Weltleitmarkt USA, ist schon alt: Sie feiert im März den siebten Geburtstag.»

Das Börsenjahr beginnt mit Turbulenzen: düstere Konjunktursignale aus China, ein Kurssturz in Schanghai und der schwächste Jahresstart an den westlichen Aktienmärkten seit Jahren respektive seit Jahrzehnten. Willkommen, 2016. Für einmal sieht sich die in der Regel ebenso hilf- wie nutzlose Prognose zahlreicher Banken erfüllt, wonach die Volatilität an den Börsen steigen werde.

Was nun? Beruhigt sich die Lage? Oder droht eine Korrektur? Keiner drückt die Herausforderung für Anleger treffender aus als der US-Investor Howard Marks kürzlich im Interview mit dieser Zeitung: «Wir haben keine Ahnung, wohin die Reise geht. Umso besser müssen wir deshalb verstehen, wo wir uns gegenwärtig befinden.»

So präsentiert sich die Gegenwart: Die Konjunktur in den USA und den meisten Schwellenländern schwächelt, was den Eindruck verstärkt, dass die US-Notenbank den Zeitpunkt für ihre Zinserhöhung unglücklich gewählt hat. Die Börsenhausse, abgelesen am Weltleitmarkt USA, ist zudem schon alt: Sie feiert im März den siebten Geburtstag.

Werden zu diesem Befund die abnehmende Marktbreite – die Indizes werden von wenigen schwergewichtigen Blue Chips getragen – und das hohe Bewertungsniveau hinzugezählt, ergibt sich eine toxische Mischung. Das Risiko grösserer Rückschläge an den Börsen ist deutlich gestiegen.

En passant sei bemerkt, dass sich die Grossmächte am Persischen Golf, Saudi-Arabien und der Iran, bereits in bedrohlichem Ausmass in Stellvertreterkriegen bekämpfen.

Wer weiss: Vielleicht vermag die nach wie vor extrem expansive Geldpolitik der Notenbanken und der dadurch verursachte Anlagenotstand die Aktienmärkte noch ein weiteres Jahr antreiben. Doch Investoren sollten sich darauf einstellen, dass dieses simple Spiel wohl bald zu Ende ist.

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