Märkte / Immobilien

Risiko einer Immobilienblase sinkt

Der Immobilienblasenindex der UBS ist zum zweiten Mal in Folge zurückgegangen. Die Risiken sind aber nach wie vor vorhanden.

(AWP) Die Risiken einer Blase auf dem Schweizer Wohnungsmarkt haben erneut abgenommen, sind aber nach wie vor vorhanden. Der von der Grossbank UBS (UBSG 12.5 2.75%) vierteljährlich berechnete Immobilienblasenindex ist im vierten Quartal 2017 auf 1,32 Punkte von einem für das Vorquartal revidierten Wert von 1,34 Stellen zurückgegangen. Dieser befinde sich damit nach wie vor in der Risikozone.

Dieser zweite Rückgang in Folge wurde laut einer Mitteilung vom Mittwoch durch die anhaltend geringe Zunahme der Hypothekarvolumen getrieben. Doch der Immobilienblasenindex dürfte die tatsächlichen Risiken momentan leicht unterschätzen. Der Grund: Die Hypothekenvergabe von Versicherern und Pensionskassen wird nur unzureichend erfasst.

Entwicklung unterschätzt 

Die Hypothekarverschuldung der Haushalte stieg 2017 laut UBS um 2,6% und damit deutlich weniger schnell als im Mittelwert der letzten zehn Jahre (3,8%). In der Realität dürfte aber das Volumen der ausstehenden Hypotheken etwas stärker gewachsen sein, als die Daten suggerieren.

Denn auch Versicherer und Pensionskassen hätten in den letzten Jahren begonnen, vermehrt Hypotheken zu vergeben. Und die Hypothekarpositionen der Versicherer etwa hätten in den letzten drei Jahren ein doppelt so hohes Wachstum wie diejenigen der Banken gezeigt.

Erhöhte Ungleichgewichte

Eigenheime haben sich im vierten Quartal 2017 mit rund 0,4% wieder etwas stärker verteuert, so die UBS weiter. Angesichts der um 0,4% sinkenden Angebotsmieten sei gleichzeitig das sogenannte «Preis-Miet-Verhältnis» weiter in die Höhe geklettert: Mittlerweile seien über 30 Jahresmieten nötig, um ein Eigenheim zu kaufen.

Die höchsten Preis-Miet-Verhältnisse fänden sich in den Gefahrenregionen der Deutschschweiz und den Tourismusregionen, wo ein Eigenheim teilweise sogar deutlich mehr als 35 Jahresmieten koste.

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