Märkte / Makro

Riskanter Kurswechsel in der Geldpolitik

In einem Marktumfeld, das von Übertreibungen geprägt ist, starten die Notenbanken den Entzug des billigen Geldes. Löst das die nächste Finanzkrise aus?

Die internationalen Finanzmärkte stehen vor dem Beginn einer neuen Ära. Rund um den Globus machen sich die Notenbanken bereit, dem Finanzsystem das billige Geld zu entziehen, das in den vergangenen Jahren zu einer Rekordjagd an Aktien- und Bondmärkten führte. Zwar bleibt die Geldpolitik vorerst expansiv. Doch erstmals seit fast zehn Jahren planen die wichtigsten Zentralbanken gleichzeitig ihren Rückzug aus den unkonventionellen Massnahmen.  «Wir bewegen uns auf unbekanntem Terrain», sagt der ehemalige Fed-Gouverneur Randall Kroszner im Interview mit FuW.

Die Anleger lassen sich von der Unsicherheit kaum irritieren. Der Höhenflug in Aktien und Bonds hat bislang lediglich kurze Zwischenstopps eingelegt. Auch die Währungshüter geben sich gelassen. «Ich glaube, der Bilanzabbau wird keine grossen Auswirkungen auf die Zinsen oder die Risikoaufschläge haben», meint etwa John Williams, Präsident der Distriktnotenbank San Francisco, gegenüber Medienschaffenden in Zürich. Weniger zuversichtlich sind hingegen die Strategen der Deutschen Bank. Sie glauben, der Kurswechsel in der globalen Geldpolitik könnte eine neue Finanzkrise auslösen.

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