Märkte / Makro

Riskantes Spiel mit der Inflation

Die grossen Notenbanken kaufen fast alle neuen Staatsanleihen, die Budgetdefizite ufern aus. Das weckt böse Erinnerungen an die Hyperinflation. Doch die Risiken sind heute geringer.

Kurz nachdem die Pandemie nach Europa kommt, klingt es düster aus dem Élysée-Palast. Sechs Mal sagt Präsident Emmanuel Macron an einem Montagabend im März diese Worte: «Wir sind im Krieg.» Ein Dreivierteljahr nach seiner Ansprache an das Volk fühlen sich nicht nur die üblichen Untergangspropheten an ganz andere Kriege erinnert: an die Schlachten des 20. Jahrhunderts, die durch Notenbanken finanziert wurden.

Zum Jahresende hat die Europäische Zentralbank (EZB) beschlossen, ihre Notprogramme zu verlängern. Damit will sie die Folgen der Pandemie lindern. Allein bis März 2022 plant sie so viele Staatsanleihen von Investoren zu erwerben, dass die Regierungen im Euroraum ihre ausufernden Krisendefizite locker begleichen können. Am Ende wird das Kaufvolumen bei 1850 Mrd. € liegen. Das Pikante daran: Es ist fast genau die Summe neuer Schulden, die die EU-Kommission für die Euroregierungen für die Jahre 2020 und 2021 erwartet: 1844 Mrd. €.

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