Unternehmen / Gesundheit

Konkurrenzdaten setzen Roche unter Druck

Konkurrent Merck & Co hat überzeugende klinische Daten für sein Krebsimmuntherapeutikum Keytruda präsentiert. Nun muss Roche nachlegen.

(AWP) Die Papiere des Pharmakonzerns Roche (ROG 247.25 -1.38%) sind am Montagnachmittag vorübergehend etwas unter Abgabedruck geraten, nachdem der Mitbewerber Merck (MRK 77.1817 0.6%) (MRK 95.6 -0.31%) die mit Spannung erwarteten Daten zu seinem Lungenkrebs-Medikament Keytruda vorgelegt hat. Diese haben sehr gut abgeschnitten – aber nur auf den ersten Blick. Roche hat ähnliche Studien zu einem Lungenkrebs-Präparat in Arbeit.

Gegen 16.45 Uhr büssen die Genussscheine von Roche noch 0,4% auf 216,20 Franken ein, sie haben damit ihre ersten Abgaben seit Publikation der Studie vor rund einer Stunde wieder etwas eingedämmt. Böser erwischt es allerdings die Papiere von Bristol-Myers (BMY 52.4 -1.28%) (-7,6%), der US-Pharmakonzern arbeitet ebenfalls an einem Immuntherapeutikum zur Behandlung von Lungenkrebs.

Analysten Bruno Bulic von HelveaBaader warnt allerdings mit Blick auf Roche vor Pessimismus. Keytruda habe in der Studie vielmehr so abgeschnitten, wie er erwartet habe. Das Roche-Präparat Tecentriq hat seiner Ansicht nach das Potenzial, zum Spitzenreiter Keytruda aufzuschliessen.

Beim Studienziel progressionsfreies Überleben etwa habe Merck für Keytruda den Wert von 8,8 Monaten heute bestätigt; Tecentriq liege mit 8,3 Monaten nur knapp dahinter. Als relevanter werden allerdings die Angaben zum Gesamtüberleben angesehen. Und hierzu hat Merck heute mitgeteilt, dass 69,2 Prozent aller Patienten nach 12 Monaten noch am Leben seien.

Nach Ansicht von Analyst Bulic wird Roche für Tecentriq mit seiner IMpower 150-Studie einen gleich guten Wert vorlegen können – sobald die Daten nach 12 Monaten denn auch vorliegen. Tecentriq sei also in dieser Indikation absolut wettbewerbsfähig.

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