Unternehmen / Gesundheit

Roche investiert in Krebstherapie

Der Pharmakonzern geht in der Onkologie mit Blueprint Medicines eine Kooperation ein. Zudem macht er mit zwei Medikamenten von sich reden.

(AWP/AS) Mit drei Meldungen macht der Pharmakonzern Roche (ROG 320.95 -1.06%) am Dienstag von sich reden. Die US-Gesundheitsbehörde hat dem Produktkandidaten Mosunetuzumab den Status Therapiedurchbruch erteilt. Zudem ist Roche in der Krebsforschung eine Zusammenarbeit mit dem US-Biotechunternehmen Blueprint Medicines eingegangen. Drittens hat der Konzern in der Schweiz vom Heilmittelinstitut Swissmedic die Zulassung für Enspryng (Satralizumab) zur Behandlung einer neuroentzündlichen Erkrankung erhalten.

Für seinen Produktkandidaten Mosunetuzumab hat der Pharmakonzern von der US-Gesundheitsbehörde FDA den Status «Breakthrough Therapy» erhalten. Die Behörde vergibt diesen Status, um die Entwicklung und Überprüfung von Arzneien zur Behandlung schwerer oder lebensbedrohlicher Krankheiten zu beschleunigen, für die aber meist nur vorläufige Erkenntnisse vorliegen.

Im Fall des Roche-Kandidaten sind dies Daten aus einer Phase-I/Ib-Studie, in der Mosunetuzumab zur Behandlung von Patienten verwendet wurde, die mit rezidiviertem oder refraktärem (R/R) follikulärem Lymphom diagnostiziert wurden und zuvor mindestens zwei systemische Therapien erhalten haben. Bei Mosunetuzumab handelt es sich den Angaben zufolge um ein T-Zell-aktivierendes bispezifisches Medikament.

Potenzielle Milliarden-Investition in den USA

Um Onkologie dreht es sich auch bei der Kooperation zwischen Roche und Blueprint Medicines. Der Basler Konzern leistet eine Vorauszahlung von 675 Mio. $ und beteiligt sich mit 100 Mio. $ am US-Biotechunternehmen. Dazu kommen Meilensteinzahlungen von bis zu 975 Mio. $ sowie Lizenzgebühren.

Im Rahmen der Lizenz- und Kooperationsvereinbarung erhält Roche exklusive Rechte für die weltweite gemeinsame Entwicklung und Vermarktung ausserhalb der USA an Pralsetinib. Das ist ein einmal täglich oral einzunehmendes Präzisionstherapeutikum von Blueprint Medicine für die Behandlung von Menschen mit RET-verändertem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC), medullärem Schilddrüsenkrebs (MTC) und anderen Arten von Schilddrüsenkrebs sowie anderen soliden Tumoren.

Darüber hinaus habe Pralsetinib ein tumordiagnostisches Potenzial gezeigt. Die Unternehmen planen daher, die Entwicklung von Pralsetinib in verschiedenen Behandlungsbereichen auszuweiten und im Rahmen der Zusammenarbeit die Entwicklung eines RET-Inhibitors der nächsten Generation zu erforschen. RET-aktivierende Fusionen und Mutationen sind bei vielen Krebsarten, darunter NSCLC und MTC, wichtige Krankheitsfaktoren, und die Behandlungsmöglichkeiten, die selektiv auf diese genetischen Veränderungen abzielen, sind begrenzt.

Neue Zulassung in der Schweiz

Die dritte Meldung  von Roche bezieht sich auf die Zulassung von Enspryng in der Schweiz. Das Mittel darf künftig zur Behandlung von Patienten eingesetzt werden, die an Neuromyelitis-Optica-Spektrum-Erkrankungen (NMOSD) leiden und AQP4-IgG-seropositiv sind.

NMOSD treten laut Mitteilung bei etwa 2 von 100’000 Menschen weltweit auf und sind somit seltene, aber potenziell lebensbedrohliche neuroentzündliche Erkrankungen, die den Sehnerv, das Rückenmark und das Gehirn betreffen.

Die komplette Historie zu Roche finden Sie hier. »

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