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Roche-Tochter mit positiven Studiendetails

Die Kombination der Krebsmittel Tecentriq und Avastin hat bei bestimmten Patienten mit fortgeschrittenem Nierenkrebs das Sterberisiko markant reduziert.

(AWP/KUE) Die Roche-Tochter Genentech präsentiert weitere Details aus der zulassungsrelevanten Studie IMmotion151. Wie das Unternehmen in der Nacht auf Dienstag mitteilt, hat die Kombination aus dem Immuntherapeutikum Tecentriq plus Avastin bei bestimmten Patienten mit fortgeschrittenem Nierenkrebs das Risiko einer Krankheitsverschlechterung bzw. das Sterberisiko um 26% reduziert.

Im Dezember hatte Roche (ROG 223.9 -0.29%) bereits mitgeteilt, dass die Kombination zu einer statistisch bedeutsamen Verringerung führt, nun legt sie die Details vor. Erste Erkenntnisse zu den weiteren Zielen, wie etwa die Überlebensraten, sind laut Mitteilung zwar ermutigend, aber noch nicht ausgereift genug.

Geringes Potenzial, grosse Konkurrenz

Die Studie IMmotion151 ist eine von acht, mit denen Roche die Wirksamkeit von Tecentriq in verschiedenen Kombinationen in der Krebsimmuntherapie prüfen will und deren Ergebnisse bis Mitte des Jahres vorliegen sollen. Bei fortgeschrittenem Nierenkrebs gilt derzeit Sutent (Sunitinib) des US-Konzerns Pfizer (PFE 35.72 -0.22%) als Standardbehandlungsmethode.

Sutent brachte es vergangenes Jahr auf einen Umsatz von 1081 Mio. $, was nach Aussage von Analysten die relativ geringe kommerzielle Bedeutung des Therapiegebiets unterstreicht. Zudem versuchen hier auch die US-Konzerne Merck (MRK 58.45 -0.2%) (MRK 84.48 -0.61%) und Bristol-Myers (BMY 52.34 0.19%) Squibb mit Neuentwicklungen aus der Krebsimmuntherapie zu punkten.

Hoffnungsträger Tecentriq

Bei der Krebsimmuntherapie wird versucht, mit Medikamenten das menschliche Immunsystem so weit zu stimulieren, dass es eigenständig bösartige Tumore bekämpft. Auf Tecentriq liegen bei Roche grosse Hoffnungen, um den Markteintritt von biomedizinischen Nachahmerprodukten (Biosimilars) besser kompensieren zu können. Der Grund: Wichtige Umsatzbringer des Konzerns verlieren derzeit ihren Patentschutz.

In der Studie IMmotion151 sei die Kombinationstherapie als Erstlinientherapie mit Sutent verglichen worden. Das progressionsfreie Überleben (PFS) konnte vor allem bei denjenigen Patienten verbessert werden, die eine PD-L1-Expression aufwiesen. So konnte das progressionsfreie Überleben auf durchschnittlich 11,2 Monate gegenüber 7,7 Monaten bei einer Behandlung mit Sutent verlängert werden.

Die genaueren Daten aus der Studie werde Roche an diesem Wochenende auf dem Genitourinary Cancers Symposium vorstellen. Erstmals hatte der Konzern vor knapp einem Monat darüber berichtet, dass die Studie ihre Ziele erreicht hat.

 

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