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Roche und Gilead starten Coronastudie

Das erste zugelassene Covid-19-Medikament und Roches Immunmodulator sollen zusammen getestet werden. Roche und auch Novartis vermelden weitere Erfolge.

(AWP) Roche (ROG 332.45 1.11%) setzt im Zuge der Coronavirus-Krise eine zweite Studie für sein Mittel Actemra auf. Untersucht wird erneut die Einsatzmöglichkeit des bereits zugelassenen Medikaments zu Behandlung einer durch Covid-19 ausgelösten Lungenentzündung.

Wie Roche am Donnerstag mitteilte, geht es diesmal um die Wirksamkeit von Actemra in Kombination mit dem antiviralen Arzneimittel Remedesivir von Gilead (GILD 76.8668 0.68%). Entsprechend wird die Studie in Zusammenarbeit mit dem US-Konzern durchgeführt. Die Kombination eines antiviralen Medikaments mit einem Immunmodulator sei möglicherweise ein wirksamer Ansatz.

Die Studie werde voraussichtlich im Juni mit der Rekrutierung von etwa 450 Patienten weltweit beginnen, erklärte Roche.

Bereits deutlich weiter fortgeschritten ist Roche mit einer früher eingeleiteten Actemra-Studie ebenfalls zur Behandlung Covid-19-induzierter Lungenentzündungen. Dort stehe man kurz vor dem Abschluss der Rekrutierung; Ergebnisse würden diesen Sommer erwartet.

EU lässt verkürzte Verabreichung von MS-Mittel zu

Roche hat von der europäischen Gesundheitsbehörde EMA für das Medikament Ocrevus eine erweiterte Zulassung erhalten. Multiple-Sklerose-Patienten müssen bei der zwei Mal jährlich erfolgenden Verabreichung künftig nicht mehr so lange still liegen.

Das Mittel darf nun gegen eine bestimmte Form von multipler Sklerose in einer verkürzten Infusionszeit von zwei Stunden verabreicht werden, wie Roche am Donnerstag mitteilte. Bereits zugelassen war es für die Verabreichungsform mit einer Infusionszeit von 3,5 Stunden. Die Dosierung bleibt gleich hoch und wird zwei Mal im Jahr verabreicht.

Die Zulassung für die verkürzte Infusionszeit basiert auf Daten einer Studie unter dem Namen «Ensemble Plus» und der zuvor erfolgten positiven Empfehlung des EMA-Ausschusses CHMP. Global werden derzeit rund 160’000 MS-Patienten mit Ocrevus behandelt.

Neue Daten bestätigen Wirksamkeit von Novatis’ MS-Mittel 

Auch Novartis (NOVN 83.47 1.32%) wartet am Donnerstag mit positiven Nachrichten zu einem Medikament zur Behandlung von multipler Sklerose auf. Am Fachkongress EAN haben Konzernvertreter verschiedene Daten vorgestellt. Dabei habe sich einmal mehr gezeigt, dass eine möglichst frühe Behandlung der Krankheit Vorteile für die Patienten bringe.

Wie der Konzern am Donnerstag mitteilte, wurden dabei auch Daten aus der EXPAND-Studie mit dem Novartis-Mittel Mayzent vorgestellt. So hätten die behandelten Patienten, die mit dem Mittel behandelt wurden, eine nachhaltige Verzögerung der Symptome erlebt.

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