Unternehmen / Gesundheit

Roche-Vergütung gerät erneut unter Beschuss

Inrate und Ethos kritisieren die Vergütungspolitik des Pharmakonzerns. Die Bezüge von Management und Verwaltungsrat seien zu hoch.

An der Generalversammlung von Roche (ROG 268.65 0.98%) am 5. März in Basel könnte es hitzig zu und her gehen. Die Vergütung kommt schlecht an.

Die Nachhaltigkeits-Ratingagentur Inrate wird 12 von 31 Anträgen des Verwaltungsrats ablehnen – die meisten Nein betreffen Entschädigung und Vergütungsmodelle für Konzernleitung und Verwaltungsrat des Pharmakonzerns. Inrate schreibt in der Stimmrechtsempfehlung für Aktionäre Klartext: «Die Vergütungspolitik von Roche ist seit Jahren ungenügend.» Der Konzern erhält in dieser Hinsicht nur 7 von 20 Punkten im zRating, das Inrate regelmässig erstellt.

«Keinen Fortschritt in der Transparenz»

Auch die Ethos Stiftung, die 226 Schweizer Pensionskassen vertritt, ist ungehalten. Direktor Vincent Kaufmann lässt es sich nicht nehmen, in seinem Urlaub Stellung zu beziehen. Empfehlungen gibt Ethos jeweils erst 48 Stunden vor einer Generalversammlung heraus. Doch schon jetzt ist für Kaufmann klar: «Roche hat im Vergleich zum Vorjahr keine Fortschritte in Sachen Transparenz und Vergütung gemacht.»

Eine den Aktionären vorgeschlagene Änderung der Statuten beurteilt Ethos negativ. Sie gebe dem Vergütungsausschuss freie Hand in der Wahl des Zeitraums, während zugeteilte Aktien blockiert bleiben.

Gerade auch im Vergleich mit Novartis (NOVN 89.67 1.86%) schneidet Roche schlecht ab. Roche wende in der Zuteilung der Aktien immer noch den Steuerwert an. Das sei keine gute Praxis, betont der Ethos-Direktor. Zu Marktwerten betrage die Gesamtvergütung von CEO Severin Schwan 15,1 Mio. Fr., diejenige von VR-Präsident Christoph Franz 6,1 Mio. Fr. Beides ist ein Höchstwert unter den kotierten Unternehmen in der Schweiz.

Novartis gemässigter

Novartis ist da «bescheidener»: Gemäss den Berechnungen von Ethos hat der CEO eine Vergütung von 9,9 Mio. Fr. zugesprochen erhalten, der VR-Präsident eine von 3,8 Mio. Fr. Für Kaufmann ist klar: «Eine solche Differenz ist schwerlich zu rechtfertigen.»

Roche ist an der Börse 234 Mrd. Fr. wert, Novartis 208 Mrd. Im Vergleich zum Gewinn ist Novartis höher eingestuft.

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