Unternehmen / Gesundheit

Roche scheitert in Coronastudie

Enttäuschend: Der Entzündungshemmer Actemra verbessert weder den Zustand von schwer erkrankten Coronapatienten, noch rettet er Leben.

(AWP/AS) Rückschlag für den Pharma- und Diagnostikkonzern Roche (ROG 314.2 -0.27%): In der mit Spannung erwarteten Phase-III-Studie Covacta mit dem Mittel Actemra wurde das Ziel nicht erreicht, den Zustand von Patienten mit schwerer Covid-19-Lungenentzündung zu verbessern.

Seit Anfang April wurden über 400 Patienten mit dem Mittel behandelt, die bereits im Spital waren. Auch die sekundären Ziele, etwa ein Unterschied in der Patientenmortalität in der vierten Woche oder weniger Abhängigkeit von Beatmungsgeräten, wurden verfehlt. Als einziger Pluspunkt verkürzte sich der Spitalaufenthalt von Patienten, teilte Roche am Mittwoch mit.

Roche plant, mit Actemra weitere Studien in anderer Kombination durchzuführen, unter anderem mit einem antiviralen Mittel. Trotzdem ist davon auszugehen, dass die in den vergangenen Monaten aufgebaute Zusatznachfrage nach Actemra abflaut. Im ersten Semester stieg der Umsatz 36%. Actemra wurde von der japanischen Roche-Tochter Chugai entwickelt und 2005 als Arthritis-Medikament auf den Markt gebracht.

Weder die Bank Vontobel (VONN 66.35 0.08%), noch Mirabaud Securities noch die Zürcher Kantonalbank änderten ihr Kursziel für Roche und ihre Kaufempfehlung für die Titel. Roche Genussscheine eröffneten im Morgenhandel denn auch nur leicht im Minus.

 

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