Unternehmen / Finanz

Urs Rohner: Innovation muss von aussen kommen

Der Verwaltungsratspräsident der Credit Suisse, Urs Rohner, spricht am FuW-Forum «FinTech 2016» über die Möglichkeiten einer Grossbank zur digitalen Veränderung.

Innovationen im Banking müssten ausserhalb der Kernstruktur einer Bank entwickelt werden, sagte Urs Rohner, Verwaltungsratspräsident der Credit Suisse (CSGN 11.72 +0.51%), an der FuW-Konferenz «FinTech 2016» am Donnerstag im Dolder Grand Hotel. «Das Geld ist bei den Grossbanken nicht das Problem für Innovation», führte er aus. Es mangle aber oft an der Freiheit, Innovation innerhalb einer Bank umzusetzen.

Bis zu 200 Mio. Fr. im Jahr gebe Credit Suisse für «echte disruptive Ideen» aus. Dabei müsse man auch den Mut haben, Geld in Dinge zu stecken, die am Ende vielleicht keinen Erfolg hätten. «Man muss auch bereit sein zu scheitern», sagte Rohner.

Die Veränderung der Bankenlandschaft durch die Digitalisierung habe man in der Schweiz lange Zeit verschlafen. Dabei habe sich das Kundenverhalten schon lange verändert. «In der Kundenbeziehung haben wir noch zu wenig Innovation gesehen», so Rohner.

Dennoch sei man bei der Bank auf gutem Weg, zum Beispiel mit dem Projekt der digitalen Privatbank. Die Marktdurchdringung in der Pilotregion Asien komme allerdings langsamer voran als gedacht. Auch Robo Advisors «könnten in der Zukunft ein Thema für uns werden». Rohner schwebt eine Partnerschaft mit einem arrivierten Unternehmen in diesem Bereich vor.

Digitale Innovation hat für die Bank selbst aber auch einen ganz praktischen Zweck – Kostensenkung. Credit Suisse, die durch zunehmenden Regulierungs- und Margendruck zu massiven Kostensenkungen gezwungen sei, könne dank der Digitalisierung ihre Kostenbasis merklich herabsetzen.