Märkte / Rohstoffe

Rohstoffindustrie hofft auf Chinas Wirtschaftskraft

Die Rohstoffpreise haben sich rasch vom Coronaschock erholt. Doch nicht alle Analysten gehen von einem neuen Superzyklus aus.

Die Coronapandemie hat vergangenes Jahr die Commodities-Märkte kräftig durchgeschüttelt – sowohl auf der Nachfrage- als auch auf der Angebotsseite. Während der Rohstoffbedarf in vielen Anwendungsbereichen wegbrach, gerieten auch die Fördervolumen wegen der Lockdowns unter Druck. Der Nachfragerückgang überwog allerdings, was – zusammen mit der Liquidierung von Long-Positionen – die Notierungen im Frühjahr 2020 nach unten sacken liess.

Besonders turbulent präsentierte sich der Ölmarkt: Wegen des schwachen Verbrauchs und des Mangels an Lagerkapazität fiel der Maikontrakt auf Öl der Sorte WTI (West Texas Intermediate) temporär gar unter null. Käufer wurden also dafür bezahlt, den Produzenten den Rohstoff abzunehmen.

Neuer Superzyklus?

Die überraschend schnelle Wirtschaftserholung, gerade im rohstoffhungrigen China, hat jedoch Wirkung gezeigt. Inzwischen hat der breit gefasste Rohstoffindex S&P GSCI schon das Vorkrisenniveau überschritten. Zahlreiche konjunktursensitive Industriemetalle wie Kupfer notieren gar auf mehrjährigen Höchst. Die Stimmung ist so zuversichtlich, dass der Begriff Superzyklus die Runde macht – also eine lange Periode stetig steigender Rohstoffpreise, wie sie mit dem wirtschaftlichen Aufstieg Chinas sowie der Industrialisierung und der Urbanisierung diverser Schwellenländer Anfang der Nullerjahre zu sehen waren. Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?