Unternehmen / Finanz

Romeo Lacher: «Das hat viel Arbeit gekostet, viel Schweiss»

Der Verwaltungsratspräsident von Julius Bär hofft, dass der Regulator der Bank schon nächstes Jahr wieder grosse Wachstumssprünge erlaubt.

Die Coronapandemie hat Julius Bär – zusammen mit anderen Schweizer Banken – bisher unbeschadet überstanden. Trotz dem erfolgreichen ­Geschäftsverlauf im Jahr 2020 hat die ­Zürcher Privatbank jedoch grosse Herausforderungen vor sich. Verwaltungsrats­präsident Romeo Lacher und CEO Philipp Rickenbacher, beide seit 2019 im Amt, müssen die Altlasten der Bank loswerden. Zugleich bleibt der strukturelle Druck in der Branche eine Herausforderung.

Herr Lacher, im Private Banking geht die Profitabilität stetig zurück. Warum findet man das richtige Rezept nicht?
Die Schweizer Bankindustrie hat die Transition vom traditionellen Private Banking in die Welt von heute gut geschafft und konnte ihre starke Position im internationalen Konkurrenzumfeld behaupten. Das hat viel Arbeit gekostet, viel Schweiss.

«Makrofaktoren wie eine zunehmende Konkurrenz oder Negativzinsen fordern uns.»

Folgt nach diesem Wandel nun eine ­Aufbauphase?
Im alten, steueroptimierten Private-Banking-Modell wurden Bruttomargen von deutlich über 100 Basispunkten erwirtschaftet. Heute sind wir weit darunter. Wir gehen auch davon aus, dass die Margen weiter absinken. Man muss enorm viel dafür tun, um auf dem aktuellen Niveau zu bleiben. Makrofaktoren wie eine zunehmende Konkurrenz oder Negativzinsen fordern uns, dazu kommen steigende ­Kosten für Technologie und Compliance sowie immer anspruchsvollere Kunden. Dieser Artikel ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital-Abonnements ab 28 Fr. / Monat Zu den Abonnements Bereits abonniert?