Märkte / Aktien

Roter Tag an Wallstreet

Tech-Aktien belasten die amerikanischen Aktienmärkte. Der Leitindex S&P 500 schliesst am Mittwoch 3,3% tiefer, was dem grössten Tagesverlust seit Anfang Februar entspricht.

(Reuters/CG) Sorgen um die Weltkonjunktur haben die amerikanischen Börsen am Mittwoch in die Tiefe gezogen. Die drei wichtigsten Indizes schlossen alle mehr als 3% im Minus.

Die Anleger reagierten auf Äusserungen des Internationalen Währungsfonds (IWF), der vor Finanzmarktturbulenzen gewarnt und seine Prognosen zum Wachstum der globalen Wirtschaft gesenkt hatte.

«Was wir hier sehen, ist, wie sich der Markt auf ein niedrigeres Wachstum einstellt», sagte die Investmentstrategin Mona Mahajan von Allianz (ALV 183.78 -0.22%) Global Investors.

Der Dow Jones (Dow Jones 25379.45 -1.27%) fiel 3,2% auf 25’598. Der breiter gefasste S&P gab 3,3% auf 2786 nach. Das entspricht dem grössten Tagesverlust seit dem 8. Februar. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 4,1% auf 7422. Das ist der grösste Rückschlag in einer Börsensitzung seit den Brexit-Turbulenzen.

Dem Finanznachrichtensender CNBC zufolge wurde US-Präsident Donald Trump über die Entwicklung an der Börse informiert. Ein hochrangiger Regierungsvertreter habe das Geschehen als eine «Kurskorrektur» beschrieben, die «wahrscheinlich gesund» sei, hiess es. «Das wird vorübergehen, und die US-Wirtschaft bleibt stark», zitierte der Sender den Insider weiter.

Scharfe Kritik äusserte zudem Präsident Trump an der Geldpolitik der US-Notenbank. «Das Fed ist verrückt geworden», sagte er am Mittwoch gegenüber den Medien. Fed-Chef Jerome Powell hat den Leitzins Ende September auf 2 bis 2,25% erhöht und vor wenigen Tagen signalisiert, dass er weitere Straffungen vornehmen will.

Der IWF hatte insbesondere die Handelskonflikte und steigende Zinsen als Gefahren für die ökonomische Entwicklung eingestuft. Trumps Regierung liefert sich seit Monaten mit China einen Handelskonflikt. Anfang November stehen in den USA Kongresswahlen an.

Börsenschwergewichte aus dem IT-Sektor wie Amazon (AMZN 1770.72 -3.33%), Facebook (FB 154.92 -2.82%), Google (GOOGL 1097.91 -2.63%), Apple (AAPL 216.02 -2.34%) und Microsoft (MSFT 108.5 -2%) erlitten bedeutende Verluste.

Schwer unter Druck gerieten ebenso Werte aus dem Chipsektor wie Nvidia (NVDA 239.53 -1.45%), Qualcomm und Intel (INTC 44.97 -2%). Zuvor hatte die Schweizer Technologiefirma VAT Group (VACN 97.9 -2.39%) von einer gedämpften Nachfrage von Chipausrüstern gesprochen.

Zur Verunsicherung von Investoren tragen die steigenden Zinsen bei. Die Rendite auf zehnjährige US-Staatsanleihen bewegte sich am Mittwoch auf 3,2%. Anfang September hatten Schatzpapiere mit dieser Laufzeit noch rund 2,8% rentiert.

Zu den Verlierern zählten ebenso Aktien von Luxusgüterproduzenten. Tiffany sackten etwa mehr als 10% ab. Auslöser war eine Warnung der Louis-Vuitton-Mutter LVMH (MC 302.25 0.48%), wonach sich das Geschäft in China abschwächen könnte.

Die Aktien von Sears (SHLD 0.5137 -18.46%) stürzten um mehr als 16% in die Tiefe. Laut Insidern steht das kriselnde Unternehmen vor einem Insolvenzantrag.

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