Er ist mit dem Radl da: ein europäischer Tourist in Ruanda. Die Kinder in dem Kaff haben ihre Gaudi daran. Das kleine Binnenland in Ostafrika setzt auf Tourismus mit kleinem «Fussabdruck» für zahlungskräftige Kundschaft – und hat Erfolg damit. Berggorillas aus der Nähe erleben und in gediegenen Lodges entspannen, das ist ein Angebot, das auf steigende Nachfrage trifft. Oder eben gefahrlos auf dem Velo durch die Gegend radeln und mit Ruandern heiteren Austausch pflegen. Ein Wunder, denn 1994, vor nur einem Vierteljahrhundert, fand im Land ein grauenhafter Massenmord statt (manche Touristen besichtigen denn auch Gedenkstätten; das heisst «Dark Tourism»). Seit Jahren ist Ruanda eines der wirtschaftlich am schnellsten wachsenden Länder der Welt; auch dieses Jahr und darüber hinaus dürfte das so weitergehen, mit Zuwachsraten von jeweils um die 8%. Wohlgemerkt: Ruanda ist immer noch eines der ärmsten Länder der Welt, doch es geht stetig aufwärts. Das hat seinen Preis: Präsident Paul Kagame, der mit seinen Rebellentruppen das Blutbad zwischen Hutu und Tutsi beendet hatte, ist ein Entwicklungsdiktator. Immerhin – die meisten seiner Amtskollegen auf dem Kontinent sind nur Diktator.(Bild: A. Demotes)