Unternehmen / Finanz

Rückversicherer müssen neue Balance finden

Swiss Re und andere bezahlen erneut teuer für Naturschäden. Hohe Dividenden reichen nicht als Motiv, die Aktien zu kaufen.

Die Versicherungsbranche beteiligt sich mit mehr als 40 Mrd. $ an der Behebung der Schäden von Hurrikan «Ida» in den USA und an Aufräumarbeiten nach den Sommerüberschwemmungen in Europa, schätzt Swiss Re. Der Schweizer Versicherer selbst wird davon nach aktueller Berechnung 1,3 Mrd. $ übernehmen, meldete das Management vor Wochenfrist.

Das nicht bezifferte Budget, das der Rückversicherungskonzern intern für Zahlungen wegen Naturkatastrophen jährlich festlegt, dürfte überzogen werden. Denn im ersten Semester wurden schon 620 Mio. $ verbucht, die zu einem erheblichen Teil auf das Konto eisiger Stürme in Texas zu Jahresbeginn gehen. Swiss Re und die anderen Rückversicherer versuchen, sich mit dem Ertrag aus ihren weiteren Konzernsparten in der Balance zu halten.

Dividende wird zum Thema

Die Finanzanalysten revidieren die Gewinnschätzungen. Über das ganze Jahr schon ist der Schätzdurchschnitt gemäss Auswertung des Datendiensts Bloomberg in mehreren Schritten verringert worden. Nun stellt sich die Frage, ob die hohen Dividenden der Branchenunternehmen in Gefahr sind. Ausgehend von den bislang hoch gehaltenen Ausschüttungsschätzungen der Analysten locken Swiss Re und die französische Wettbewerberin Scor die Anleger mit mehr als 7% Dividendenrendite. Ihre Kapitalstrategie sieht vor, den Grossteil des Gewinns auszuzahlen. Die deutschen Rückversicherer Munich Re und Hannover Re sind frugaler. Beide halten die Ausschüttungsquote auf rund 50%, weshalb den Aktionären nur halb so viel Dividendenrendite in Aussicht steht wie den Eignern von Scor und Swiss Re. Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?

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