Unternehmen / Industrie

Russland-Malus für SGS-Aktien

Die Folgen eines Stopps der EU für russische Öl- und Gasimporte wären für den Prüfkonzern verkraftbar.

Die Diskussionen über einen Stopp von Öl- und Gasimporten aus Russland sind in der Europäischen Union noch nicht abgeschlossen. Mit zunehmenden Nachrichten von Gräueltaten der russischen Armee in der Ukraine steigt die Wahrscheinlichkeit einer Verschärfung der Sanktionen gegen Russland in diese Richtung. Aufmerksamer Beobachter ist der auch im Öl- und Gasgeschäft aktive Prüfkonzern SGS, der sein Engagement «unter Einhaltung aller Sanktionen» fortsetzt, wie er auf Anfrage von «Finanz und Wirtschaft» festhält.

In der Schweiz ansässige Handelsunternehmen wie Gunvor und Trafigura, die in Russland keine eigene Vertretung unterhält, aber mit 10% an Vostok Oil ­beteiligt ist, nehmen in der Rangliste der grössten Käufer von russischem Erdöl einen vorderen Platz ein. Bedient würden vorwiegend Verträge aus der Zeit vor Kriegsbeginn, lautet die Rechtfertigung.

Produkte, nicht Infrastruktur

Nicht im Handel, aber in der Prüfung und der Testierung der Qualität der exportierten Rohstoffe engagiert sind Konzerne wie SGS und die Mitbewerber Bureau Veritas aus Frankreich und Intertek aus Grossbritannien. SGS kontrolliert «im Interesse der Käufer und der Endverbraucher Menge, Qualität und Sicherheit der für den Export, den internen Verbrauch im Land oder die Lagerung bestimmten Produkte». Sie ist in Russland «nicht an vorgelagerten Öl- und Gasdienstleistungen beteiligt und inspiziert keine Bohrlöcher oder Pipelines». Auch Inspektionsdienste für die Industrieinfrastruktur der russischen Ölindustrie würden nicht geleistet.

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