Märkte / Anleihen

Russland weicht die Finanzsanktionen auf

Ukrainekrieg | Moskau versucht die Wirkung der Sanktionen abzumildern: Neues Geld kommt in Umlauf, Gas soll es nur gegen Rubel geben. Anleger bangen um russische Frankenanleihen.

Die russische Zentralbank und der Kreml verstärken ihre Schritte, um die westlichen Finanzsanktionen aufzuweichen. Seit dieser Woche drängt Moskau, der halbstaatliche Energiekonzern Gazprom solle seine Verträge mit den Abnehmern im Ausland so umstellen, dass die Gaslieferungen in Rubel bezahlt werden. Offenbar soll damit die Währung gestützt werden. Sie war nach Kriegsbeginn abgestürzt, was auch die Inflation in die Höhe getrieben hat.

Schon länger lässt sich das Aufweichen der Sanktionen am Kurs des Rubels ablesen: Kostete 1 $ am 7. März noch 139 Rubel, waren es in dieser Woche weniger als 100 Rubel, nachdem die russische Währung wieder stärker geworden war. Bis zur letzten Woche vor dem russischen Überfall auf die Ukraine notierte sie allerdings zwischen 75 und 80 Rubel pro 1 $.

Moskau wirft die Druckerpresse an

Seit Montag dieser Woche kaufen die Währungshüter der Bank of Russia (CBR) nun heimische Staatsanleihen auf, was die Geldmenge in der Wirtschaft erhöhen dürfte. Anders als bei den Programmen der quantitativen Lockerung der westlichen Notenbanken geht es der CBR dabei aber weniger um bessere Kreditbedingungen, denn die wurden gerade mit einer Leitzinserhöhung auf 20% verschärft. Das Ziel sei vielmehr, das Finanzsystem zu stabilisieren.

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