Märkte / Anleihen

Russlands unechter Zahlungsausfall

Die Sanktionen des Westens verhindern, dass Auslandgläubiger Russlands fällige Dollarzahlungen bekommen. Im Juli wird eine Frankenanleihe von Gazprom fällig.

Seit dieser Woche ist es offiziell: Der russische Staat hat seine Fremdwährungsschulden erstmals seit dem Überfall auf die Ukraine nicht mehr bedient. Zwar streiten Beobachter noch, ob dies der erste Zahlungsausfall bei Auslandgläubigern seit August 1998 ist. Klar ist nur, dass der aktuelle Ausfall nicht aus Geldnot passierte.

Vor 24 Jahren gab es neben dem Bankrott auf Rubelschulden auch ein Moratorium auf einige Bankobligationen in Fremdwährung für 90 Tage, was zu grossen Abschreibungen bei Auslandbanken geführt hatte. Einige Beobachter datieren den bis dahin letzten Zahlungsausfall des Staates daher auf das Jahr 1918 nach der bolschewistischen Revolution zurück.

Sanktionen verhindern Auszahlungen

Konkret ging es jetzt um Zinszahlungen auf zwei russischen Staatsanleihen, die auf Dollar lauten, in Höhe von 100 Mio. $. Sie sind bis zum Ende einer Karenzzeit am Sonntag nicht bei den Gläubigern angekommen. Die Ratingagentur Moody’s stellte daraufhin am Montag den Zahlungsausfall fest. Der Grund dafür, wie schon bei ausbleibenden Zinszahlungen auf Frankenanleihen der russischen Eisenbahn, sind die Sanktionen des Westens.

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